Synology DiskStation: Cloud Sync – Ordner mit (mehreren) Cloud-Diensten synchro­ni­sieren, auch verschlüsselt

Lesezeit etwa 3:20 Minuten
cloudsync-synology-dsm6

Synology bietet seit etlichen Versionen ihres DiskStation Managers bereits die so genannte Cloud Station an, mit der sich Dateien vom Rechner in einen Ordner auf dem NAS synchro­ni­sieren lassen – quasi Dropbox, Google Drive und Co. für die eigenen vier Wände. Ebenso möglich ist es jedoch auch, einen Ordner vom NAS mit einem Cloud-Dienst zu synchro­ni­sieren – das hört dann auf den Namen Cloud Sync und ist seit der Version 5.0 verfügbar. Der Vorteil des Cloud Sync? Man könnte auf eine lokale Instal­lation der entspre­chenden Cloud-Clients verzichten und statt­dessen die Netzwer­k­ordner auf dem Rechner einbinden (spart unter Umständen Speicher­platz bei kleineren SSDs), ebenso hat man die Daten auch bei einem Ausfall des Dienstes immer lokal auf dem NAS verfügbar. Durchaus eine praktische Sache. 

cloud-sync-synology-dsm6-1

Mit der Version 6.0 des DiskStation Manager hat man den Cloud Sync nun weiter optimiert und verbessert. Zwei praktische Änderungen findet man direkt bei der Einrichtung des ersten Syncs, denn ihr müsst nicht gleich euren kompletten Daten­be­stand bei Dropbox, OneDrive, Google Drive und Co. auf euer NAS synchro­ni­sieren, sondern könnt auf Wunsch auch einzelne Ordner auswählen. Des Weiteren könnt ihr nun auch die Synchro­ni­sie­rungs­richtung festlegen: Vorher war das ganze wirklich nur ein reiner Sync, nun habt ihr zusätzlich zum bidirek­tio­nalen Sync auch die Möglichkeit, entweder nur Änderungen aus eurer Cloud oder lediglich lokale Änderungen hochladen zu können. Somit eignet sich der Cloud Sync nun auch als lokale Backup-Option für Dropbox und Co. 

cloud-sync-synology-dsm6-2

Damit einher geht auch die optionale Daten­ver­schlüs­selung, die ihr aber nur aktivieren solltet, wenn ihr eure lokalen Dateien als Backup in die Cloud legen wollt – sprich wenn wenn nur lokale Änderungen hochladen lasst. Ist die Verschlüs­selung aktiviert, verbleiben die lokalen Daten auf dem NAS zwar unver­schlüsselt, wandern jedoch verschlüsselt in die Cloud, sodass ihr diese auf fremden Rechnern nicht betrachten und nutzen könnt. Wie gesagt: Dient eigentlich lediglich für Backup­zwecke, nicht für einen munteren Sync zwischen unter­schied­lichen Rechnern und Platt­formen.

Kurzer Anriss zur Daten­ver­schlüs­selung: Wie immer gilt natürlich auch hier, dass eure Daten nur so gut verschlüsselt sind, wie dies euer Passwort hergibt. Mischung aus Groß- und Klein­buch­staben, Ziffern und Sonder­zeichen, je länger desto besser. Das Passwort solltet ihr euch zwecks späterer Entschlüs­selung der Daten natürlich behalten, alter­nativ dazu gibt es der DiskStation Manager aber auch ein Keyfile an die Hand. Lagert ihr diese Schlüs­sel­datei sicher genug, könnt ihr theore­tisch das Passwort vergessen. Aber sicher ist sicher – am besten beides Zusammen in einen sicheren Container, auf einen USB-Stick im Tresor oder so packen.

cloud-sync-synology-dsm6-3

Im nächsten Schritt erhaltet ihr nochmal eine Übersicht eurer Eingaben. Ein Klick auf die erwei­terten Einstel­lungen öffnet nochmals ein neues Popup, über das ihr zum einen nochmals die gewünschten Ordner auswählen könnt, zum anderen aber auch einen Datei­filter aktivieren könnt. So könnt ihr zum Beispiel nur Videos, Musik, Bilder oder andere Datei­typen synchro­ni­sieren lassen – oder auch nur Dateien, die eine bestimmte Datei­größe aufweisen. 

Und siehe da: Schon ist die erste Einrichtung abgeschlossen. Im Haupt­fenster erhaltet ihr nun eine Übersicht über den Synchro­ni­sie­rungs­status, ihr könnt aber auch eine maximale Upload- und Downloadrate und die Anzahl für den jewei­ligen Cloud-Dienst einrichten, könnt die maximale Anzahl an Daten­sätzen festlegen und einen Verlauf drüber einsehen, welche Dateien wann und in welche Richtung synchro­ni­siert worden. Alles recht übersichtlich und mit brauch­baren Bezeich­nungen oder Hilfs­texten versehen, sollte sich jeder recht schnell zurecht­finden.

cloud-sync-synology-dsm6-6

Richten wir nun einen zweiten Cloud-Anbieter ein, so können wir theore­tisch hingehen und den Root-Ordner des Cloud-Speichers ebenfalls in unseren zuvor angelegten oder ausge­wählten Ordner auf dem NAS synchro­ni­sieren. Dann hätten wir aber lediglich erreicht, dass zum Beispiel der Daten­be­stand in der Dropbox immer identisch ist mit dem Daten­be­stand des Google Drive. Der DiskStation Manager 6.0 bringt aber noch eine weitere Neuerung mit, denn es lassen sich nicht nur ganze Cloud-Speicher synchro­ni­sieren, sondern eben wie zuvor erwähnt auch einzelne Ordner – und auch diese lassen sich mit mehreren Cloud-Anbietern synchro­ni­sieren.

cloud-sync-synology-dsm6-7

Aller­dings: Möchten wir das erreichen, so dürfen wir beim Hinzu­fügen eines neuen Cloud-Dienstes nicht den Root-Ordner synchro­ni­sieren. Wir müssen also einen einzelnen Ordner auswählen. Danach können wir dann im Reiter „Aufga­ben­liste“ einen weiteren Ordner synchro­ni­sieren – im Grunde das identische Vorgehen wie zuvor, nur müssen wir uns nun nicht mehr über OAuth authen­ti­fi­zieren. Damit wir den gewünschten Ordner mit einem oder mehreren Cloud-Diensten synchro­ni­sieren können, müssen wir den Schritt natürlich mit dem gleichen lokalen NAS-Ordner für jeden angelegten Cloud-Anbieter wieder­holen. Und siehe da: Schon haben wir den oder die ausge­wählten Ordner bei allen Diensten verfügbar und synchron. Praktische Sache.