TestDisk & PhotoRec: Gelöschte Dateien von Speicherkarten, Festplatten und Co. wiederherstellen (Windows & Mac OS X)

Marcel Am 08.04.2013 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:23 Minuten

photorec

Es kann schonmal vorkommen, dass man aus versehen Dateien löscht, die man eigentlich gar nicht löschen wollte. Doof, wenn man bei bemerken des Fehlers auch schon die Papierkorb gelöscht hat. Aber, es gibt natürlich Rettung, sofern man die Speicherkarte oder Festplatte nicht gerade x-Mal überschrieben hat, denn dann dürften die Daten für den Privatnutzer nicht mehr erreichbar sein. Wenn man aber zum Beispiel die Speicherkarte mit den Urlaubfotos aus versehen gelöscht hat, ja, dann gibt es Rettung die auf den Namen TestDisk & PhotoRec hört und unter Windows, Linux und Mac OS X läuft.

Zuerst einmal solltet ihr euch TestDisk beziehungsweise PhotoRec für euer System herunterladen und das Archiv entpacken. Nun ist der erste Schritt je nach System ein wenig unterschiedlich. Mac’ler öffnen das Terminal und ziehen die Datei „photorec“ in das Terminalfenster, Windows-Nutzer öffnen einfach die Datei „photorec_win.exe“. Ist der schnellste und einfachste Weg.

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Nun kann das Fenster auf dem Mac ein wenig unterschiedlich aussehen. Im Idealfall bekommt ihr sofort alle eingelegten Karten und angeschlossenen Festplatten angezeigt. Anderenfalls fordert euch PhotoRec erst einmal auf, euer Admin-Passwort (Root-Passwort) einzugeben – ist das nicht der Fall, so wechselt mit den Cursortasten einmal auf „Sudo“ und schon befindet ihr euch im entsprechenden Fenster. Windows-Nutzer sollten darauf achten, die Datei „photorec_win.exe“ mit Administrator-Rechten (über die rechte Maustaste) zu starten. Aber dennoch sieht die Anzeige der angeschlossenen Datenträgern überall identisch aus:

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Aus diesem Durcheinander müsst ihr nun eure Speicherkarte oder euer Laufwerk heraussuchen – sollte anhand der Speichergröße gut zu machen sein, im Notfall halt alles nicht benötigt abstöpseln. Gefunden? Dann geht’s mit einem Druck auf Enter („Proceed“) weiter.

Nun müsst ihr die Partition auswählen – der erste Punkt „no partition“ durchsucht den gesamten Speicherträger, falls ihr nur eine bestimmte Partition durchsuchen wollt, so wählt diese aus.

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Unten seht ihr noch den Punkt „File Opt“: In diesem Menü könnt ihr jene Dateitypen auswählen, nach denen gesucht werden soll. Standardmäßig werden alle gefundenen wiederhergestellt, wollt ihr zum Beispiel nur JPG-Bilder wiederherstellen, so könnt ihr mit „s“ alle deaktivieren und sucht euch dann eben den Eintrag „jpg“ – mit der Leertaste wählt ihr Einträge übrigens aus. Tipp: Sucht einfach nach allen Dateien – wer weiß, was man noch so findet.

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Und weiter geht’s, nun müssen wir das Dateisystem der Speicherkarte auswählen. Sofern ihr sie nicht gerade mit einem Linux-System formatiert habt, nehmt ihr den zweiten Punkt („Other…“), welcher sowohl für Mac-, als auch für Windows-Dateisysteme gültig ist.

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Nächster Punkt: Ordner bestimmen, indem eure Daten wiederhergestellt werden sollen. Also zum gewünschten Ordner navigieren und dann mit „c“ bestätigen. Mache ich eigentlich immer auf dem Desktop – das Tool erstellt sowieso einen Unterordner.

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Und sobald ihr den Ordner mit „c“ bestätigt habt, geht das Gesuche auch schon los. Je nach Größe der Speicherkarte oder der Festplatte kann das einige Zeit in Anspruch nehmen – in meinem Falle sind das mit einer 4GB-Speicherkarte gut 20 Minuten.

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Soweit so gut – klappt eben nicht nur mit Bildern, sondern mit sämtlichen Daten, solange ihr nicht „ordentlich“ formatiert habt. Ich habe unter OS X zum Beispiel das „sichere Löschen“ des Papierkorbes aktiviert – Dateien von der Speicherkarte gelöscht, Papierkorb (sicher) geleert, dann findet auch das Tool nichts. Aber für einfache Fälle wie einmaliges formatieren oder löschen unter Windows? Jau, klappt.

via Caschys Blog

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