Unibox für iOS veröffentlicht: Kontakt-basierter E-Mail-Client

Am 09.12.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:39 Minuten

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Der Mail-Client Unibox hat den Sprung vom Mac auf’s iPhone und iPad geschafft und möchte auch hier mit einer persönlicheren Beziehung zu euren E-Mails Punkte sammeln.

Für iOS gibt es inzwischen zwar eine ganze Reihe an gut umgesetzten und interessanten Mail-Apps, allerdings sind diese – wie auch eigentlich fast alle anderen Mail-Clients – nach derselben Struktur aufgebaut: Ordner, eure verschiedenen Mails nach Konversationen sortiert und noch ein paar zusätzliche Features, mit denen die Apps versuchen, sich etwas voneinander zu differenzieren. Auch die Entwickler von Unibox haben nach einer Möglichkeit Ausschau gehalten, das Ergebnis war ein deutlich kontaktlastiger Mail-Client für den Mac. Unibox gruppiert eure Mails nicht nach Konversationen (sprich nach dem Betreff), sondern nach Kontakten, heißt also jeder Absender kommt in der Inbox-Übersicht nur einmal vor, was die Sache etwas näher an einen typischen Messenger bringt. Ähnliches versucht auch die nun veröffentliche App für iPhone und iPad.

unibox-iphone-10In der Hauptübersicht findet ihr eben wie gesagt keine Mails vor, sondern nur die entsprechenden Kontakte. Ein Klick auf einen dieser Personen und ihr bekommt sämtliche empfangene und versendete Mails chronologisch angezeigt, auch das erinnert eher an einen klassischen Messenger, als an einen Mail-Client. Zwar gibt es auch die Möglichkeit, nur bestimmte Ordner und Gruppen anzeigen zu lassen, aber auch hier erhaltet ihr lediglich eine Auflistung der Kontakte. Zieht ihr die Kontaktliste herunter, könnt ihr verschiedene Filterungen vornehmen, wie zum Beispiel nur Mails von Kontakten aus eurem Adressbuch, Mails mit Anhängen, markierte und ungelesene Mails und auch eine Suche ist an Board – auf Wunsch könnt ihr auch direkt mehrere Filter anwenden.

unibox-iphone-2Was mir recht gut gefällt, ist die Möglichkeit, neue E-Mails zu verfassen: Hierbei wird keine komplett neue Ansicht geöffnet, sondern ein Overlay, in welchem ihr Empfänger, Betreff und Inhalt eingeben könnt – auch lassen sich Bilder und Co. anhängen, wobei Unibox hier auf den Document Picker von iOS zurückgreift, sodass ihr Anhänge von vielen Diensten und Apps anhängen könnt. Innerhalb der Mail- beziehungsweise Kontaktliste stehen euch verschiedene Wischgesten zur Verfügung, mit denen ihr Mails Löschen oder als Spam markieren könnt, auch ein Menü mit weiteren typischen Mail-Aktionen wie Weiterleiten der Mail und das Verschieben in einen Ordner steht bereit. Welche Aktion bei welchem Wisch ausgeführt wird, könnt ihr in den Einstellungen festlegen.

Apropos Einstellungen, denn ein Blick in eben diese kann bei Unibox nicht schaden, denn die angebotenen Optionen sind recht vielfältig. Ihr könnt zum Beispiel mehrere Aliase und Signaturen erstellen, die Mitteilungen auf bereits bekannte Kontakte beschränken, die besagten Streichgesten konfigurieren und auch diverse Privatsphäre-Optionen (Deaktivierung der Gravatare, Bilder aus HTML laden, Tracking-Pixel blockieren, u.a.) wurden implementiert. Was nett ist: Zu nahezu jeder Option gibt es eine kurze Erklärung, was diese bewirkt – gibt es auch nicht überall.

Unibox für iOS versteht sich auf eigentlich alle E-Mail-Provider, die euch Zugriff auf das IMAP-Protokoll erlauben – inklusive Gmail, iCloud, Hotmail, Outlook.com, Yahoo und Exchange-Server. Meine Meinung? Optisch ein schmucker Mail-Client, auch die Bedienung ist gelungen. Allerdings: Für mich persönlich wäre Unibox nichts, mir fehlt schlichtweg ein schneller Überblick über die eigentlichen Mail-Inhalte. Liegt vielleicht auch daran, dass privat eigentlich alles über Messenger läuft und Unibox dementsprechend gefühlte tausende Kontakte anzeigt, die allesamt nur über eine Konversation verfügen – macht die Geschichte unnötig unübersichtlich. Aber: War auch bei der Mac-App der Fall, dennoch weiß ich, dass es nicht gerade wenig Fans des Mail-Client gibt.

Unibox ist kostenlos im App Store verfügbar – wer allerdings mehr als ein Mail-Konto erstellen und eigene Signaturen nutzen möchte, der muss via In-App-Kauf in Höhe von 4,99 Euro auf die Pro-Version upgraden.