Windows 10: Clean Install ist möglich, trotzdem ein dicker Facepalm

Am 30.07.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:56 Minuten

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Windows 10 ist final veröf­fent­licht und wie immer geht das Rätsel­raten um eine saubere Neuin­stal­lation los. Der so genannte „Clean Install“ ist möglich, dennoch zeigt sich Microsoft hier wieder mal von seiner schlechten Seite.

Zwar kommt Windows 10 mit einer, direkt ins System imple­men­tieren Zurück­setzen-Funktion daher, um das System „von 0 auf“ neu aufsetzen zu können – diese erfordert es aber erst einmal, dass Windows 10 bereits auf dem Rechner läuft. Hat man aber zum Beispiel die Festplatte ausge­tauscht, muss man hier erst einmal ein System instal­lieren. Klar, man könnte natürlich die alte Festplatte klonen, oftmals möchte man aber einfach mit einem sauberen System ohne Altlasten neu beginnen – auch ein Grund, wieso viele regel­mäßig das System neu aufsetzen. Doof nur: So ohne weiteres ist ein Clean Install nicht möglich, zumindest wenn man keinen direkten Product-Key für Windows 10 besitzt, sondern das kostenlose Upgrade von Windows 7 oder 8.1 in Anspruch genommen hat. 

Wie der Clean Install funktio­niert: Zuerst einmal ist es Grund­vor­aus­setzung, dass ihr mindestens einmal von einem aktivierten Windows 7 oder 8.1 auf Windows 10 aktua­li­siert habt. Könnt ihr entweder über die Update-Funktion erledigen oder ihr nutzt die ISO-Dateien, die ihr auf dieser Seite herun­ter­laden könnt. Ihr könnt diese wahlweise auf DVD brennen oder mittels des Media Creation Tool einen bootfä­higen USB-Stick erstellen. Nach dem Upgrade ist Windows 10 automa­tisch aktiviert. Wollt ihr das System nun sauber neu aufsetzen, reicht es aus, die DVD oder den USB-Stick vor System­start einzu­stecken und von diesem zu booten. Im Verlauf des Instal­la­ti­ons­as­sis­tenten könnt ihr dann wie gewohnt die gewünschte Partition forma­tieren und Windows 10 instal­lieren.

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Hierbei taucht zwei, drei Mal die Frage nach dem Product-Key auf – was ihr aber getrost ignorieren könnt. Habt ihr dann die komplette Instal­lation durch­laufen und ein neues Benut­zer­konto erstellt oder euren Microsoft-Account einge­geben geht es auch schon direkt weiter zum Desktop. Habt ihr nun eine aktive Inter­net­ver­bindung, sollte sich Windows 10 automa­tisch aktivieren. Erfolgt in Stille und ohne irgendeine Eingabe eines Schlüssels und lässt sich in den Einstel­lungen unter dem Punkt „Update & Sicherheit → Aktivierung“ kontrol­lieren. Ich habe das ganze bei mir auspro­biert und kann Erfolg melden – so klappt es also. 

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Problem an der ganzen Schoose: Es funktio­niert nur, solange ihr nichts an eurem Rechner verändert habt. Ein Austausch der Festplatte dürfte noch funktio­nieren, bei größeren Änderungen aber versagt die automa­tische Aktivierung und mit eurem „alten“ Schlüssel kommt ihr auch nicht weit – die Aktivierung versagt und meldet, dass euer Schlüssel gesperrt ist oder ähnliches. Übrigens einer der Gründe, wieso es mit einer virtu­ellen Maschine nicht so ohne weiteres möglich ist, da sich die „Hardware“ eben ändert. Und genau für diese Tatsache bekommt Microsoft einen dicken Facepalm. Nicht für die Sache mit den virtu­ellen Maschinen, sondern diese Proble­matik generell. Bereits mit Windows 8 war der Clean Install ein Graus, mit Windows 10 wird es nicht besser und Microsoft verfällt in alte, nicht gerade vorteil­hafte, Muster. 

Es kann doch für einen Konzern wie Microsoft nicht schwer sein, dass vernünftig auf die Kette zu kriegen. Im Grunde könnte es doch so einfach sein: Ein Nutzer aktua­li­siert mit gültigem Key von Windows 7 oder 8.1 auf Windows 10 und das System sendet den Key an die Aktivie­rungs­server. Diese speichern nun „Key für Windows 7 und 10 gültig“ und fertig. Im Umkehr­schluss melden diese bei einer Instal­lation mit diesem Key „Jau, ist autori­siert“ und schon läuft die ganze Sache wieder. Notfalls müsste man (wenn man so geil drauf ist) wieder per Telefon­ak­ti­vierung das alte System sperren und das neue Freischalten, aber diese Möglichkeit gibt es bei dem Versuch, Windows 10 mit Upgrade-fähigem Windows 7/8.1-Key zu aktivieren, erst gar nicht. Alter­nativ könnte man die Aktivierung (wie auch Apple) einfach an einen Microsoft-Account knüpfen, sofern vom Nutzer genutzt. 

So wie es jetzt ist, ist einfach nur grottig. Nicht jeder hat beim Neuauf­setzer des Systems Bock, erst eine alte Windows-Version instal­lieren zu müssen, um dann auf Windows 10 aktua­li­sieren zu können, wenn es auch deutlich einfacher gehen würde. Unver­ständlich, wie Microsoft den Nutzern derart dicke Stöcke zwischen die Beine schmeißt – und dabei sollte doch „alles“ besser werden…

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via Lifehacker