WordPress 5.5 hat automatische Updates für Plugins und mehr an Bord

Marcel Am 12.08.2020 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:35 Minuten

Das Content-Management-System WordPress ist in Version 5.5 veröffentlicht worden und bringt einige Neuerungen für Endnutzer und Entwickler mit – unter anderem automatische Plugin- und Theme-Aktualisierungen.

Wie üblich benennen die Entwickler des Open-Source-CMS ihre Versionen nach bekannten Jazz-Musikern, mit der Version 5.5 ehrt man Jazzsänger Billy Eckstine. Die Version bringt insgesamt über 100 Verbesserungen und Fehlerbehebungen mit sich, für den eigentlichen Endnutzer dürfte aber die automatische Aktualisierung von Plugins und Themes die größte und spürbarste Neuerungen darstellen – bislang ließ sich lediglich das WordPress-System selbst bei Sicherheitsupdates automatisch auf den aktuellsten Versionsstand bringen. Da automatische Updates aber nicht immer von jedem Nutzer gewollt sind (sicherlich aus nachvollziehbaren Gründen), muss das Feature manuell für jedes Modul aktiviert werden. Die entsprechende Funktion findet ihr in der Plugin- und Theme-Übersicht und den dortigen Punkt „Automatische Aktualisierung aktivieren“ auswählen.

Darüber hinaus erzeugt WordPress nun standardmäßig XML-Sitemaps für Suchmaschinen wie Google und Bing; bislang musste man hierzu auf Plugins wie Google XML Sitemaps zurückgreifen. Von Haus aus werden die Startseite, Beiträge, Seiten, Custom Post Types, Autorenarchive und Taxonomien zur Sitemap hinzugefügt. Weitere Unterseiten lassen sich mit diversen Hooks und Filtern hinzufügen, ebenso könnt ihr das Erzeugen der Sitemaps komplett deaktivieren – ein Blick in die Dokumentation hilft dabei. Ebenfalls an Board ist nun auch natives Lazy Loading für Bilder. Hierdurch werden Bilder im Browser erst dann geladen, wenn sie sich im sichtbaren Bereich des Nutzers befinden. Dies lädt Webseiten schneller und sorgt auf Seiten der Nutzer für weniger Traffic, was vor allem im mobilen Datennetz enorme Vorteile bietet.

Wer den in meinen Augen noch immer bescheidenen Gutenberg-Editor nicht per Classic Editor-Plugin deaktiviert habt, könntet ihr von neuen Release des Gutenberg-Plugins profitieren. Die Änderungen bringen unter anderem die Möglichkeit mit, Bilder direkt in Bild-Blöcken zu beschneiden, zu drehen und zu zoomen. Ebenso können Blöcke in Block-Pattern zusammengefasst werden, um wiederkehrende Layout-Elemente schnell einzufügen und der Editor-Inhalt kann über ein Drop-down-Menü auf unterschiedlichen Display-Größen angezeigt werden. Neu ist das Verzeichnis an Gutenberg-Blöcken, die direkt aus dem Editor heraus installiert und genutzt werden können – quasi Mini-Plugins für WordPress. Zu guter Letzt hat man das Drag’n’Drop und Auswahl von Elternblöcken überarbeitet, es gibt es kontextabhängige Fokus-Hervorhebung und einiges mehr.

Die Barrierefreiheit spielt nicht nur in der „realen“ Welt eine immer größer werdende Rolle, sondern auch im Web. Mit jeder WordPress-Version versuchen die Entwickler, die Zugänglichkeit zu verbessern. Version 5.5 bringt beispielsweise einen alternativen Ansicht-Modi für Listen-Tabellen mit, Linklisten-Widgets können in HTML5-Navigationen umgewandelt werden und Links in Medienansichten und Modal-Dialogen lassen sich mit einem Button-Klick kopieren. Außerdem sehen deaktivierte Buttons nun auch wie deaktivierte Buttons aus, während sich Metaboxen nicht nur mit der Maus, sondern auch mit der Tastatur bewegen lassen und assistive Geräte im Bildeditor jetzt Status-Mitteilungen sehen können. Werden viele Nutzer sicherlich alles nicht bemerken, wer aber auf entsprechende Klarheit und Funktionen angewiesen ist, der dürfte ein Mehr an Zugänglichkeit erhalten.

Zu guter Letzt gibt es dann noch eine Vielzahl an Neuerungen und Änderungen unter der Haube, die sich natürlich vornehmlich an Entwickler richten. Diese können besagte Auto-Update-Funktion für ihre Plugins und Theme bereits von Haus aus deaktivieren, aktivieren oder selektiv blockieren, erhalten 65 neue Symbole im Dashicons-Paket und können effektiver nach PHP-Kompatibilitätsproblemen suchen. WordPress 5.5 selbst wird mit mehreren aktualisierten externen Bibliotheken wie phpMailer, SimplePie, Twemoji und anderen ausgeliefert. Den kompletten Fieldguide für Entwickler und interessierte Nutzer findet ihr an dieser Stelle. Und nun: Fröhliches Aktualisieren. Und nicht vergessen: vor dem Update die Datenbank sichern – oder noch besser regelmäßig sichern.

Quelle WordPress

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