WordPress 6.0 veröffentlicht: Fast 1.000 Verbesserungen und Fehlerkorrekturen

Marcel Am 25.05.2022 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:27 Minuten

Das Content-Management-System WordPress ist in Version 6.0 (Codename Arturo) erschienen. Mit rund 1.000 Verbesserungen und Fehlerkorrekturen – wie es die Versionsnummer vermuten lässt – ein großes Update.

Benannt wurde WordPress 6.0 nach dem mit einem Grammy ausgezeichneten Latin-Jazzmusiker Arturo O’Farrill und stellt nach WordPress 5.9 das zweite große Update im Jahr 2022 dar. Gewartet hatte man aber auf das große Update auf die Versionsnummer Sechs, deren Fahrplan zuvor immer weiter nach hinten geschoben wurde – nun aber kann es nach zahlreichen Beta-Versionen und Release Candidates in finaler Fassung heruntergeladen und installiert werden. Mit fast 500 Verbesserungen und 400 Fehlerkorrekturen bringt das Update ein wirklich langes, fast ausuferndes Changelog bereit, wobei der Großteil an sichtbaren Funktionen nur jene Nutzer sehen und genießen werden, die WordPress zusammen mit dem von mir verhassten Gutenberg-Editor und das Full Site Editing (kurz FSE) nutzen.

So lassen sich nun Texte in mehreren Blöcken markieren und auf einmal bearbeiten,  während sich auch mehrere Blöcke anwählen und anschließend verschoben oder gestalterisch angepasst werden können. Ebenfalls neu ist die Tatsache, dass vorhandene Stile nun beibehalten werden, wenn Blöcke in einen anderen Typ umgewandelt werden, z.B. von einem Absatz-Block in einen Code-Block. Individuelle Buttons behalten die Stilanpassung des vorherigen und Tag Clouds und Social Icons werden durch einen neuen Umriss-Stil besser zur Geltung gebracht. Das Link-Menü lässt sich ab sofort durch die Eingabe zwei eckiger Klammern aufrufen. Wiederverendbare Blöcke lassen sich sperren, sodass Stiländerungen anderer Nutzer nicht übernommen werden und es kann festgelegt werden, wie sich Blöcke auf verschiedenen Bildschirmgrößen verhalten sollen. Darüber hinaus gibt es viele kleinere Verbesserungen an bestehenden Blöcken.

Ein noch größerer Teil des Updates betrifft das Full-Site-Editing (kurz FSE), mit dem sich das WordPress-Design mit demselben Blockeditor anpassen lässt, den man auch von Beiträgen und Seiten gewohnt ist – quasi ein klickfertiger WYSIWYG-Editor für Themes. Mit den „Global Style Variations“ lassen sich verschiedene Designvorgaben auswählen, sodass sich Farbgebungen und Schriftarten mit nur einem Klick ändern lassen. Die benutzerdefinierten Stile und Layouts lassen sich ganz einfach exportieren und importieren Damit Block-Themes auch wirklich die klassischen Themes ablösen können, fehlte es bislang noch an wichtigen Elementen, von denen nun einige von der Liste gestrichen werden können. So gibt es nun einen Kommentar-Block, einen Weiterlesen-Block zur Gestaltung des Buttons, einen neuen Query-Look-Block zur Anzeige für Fehlermeldungen, sowie Blöcke für die (Kurz-)Biografie und den Avatar des Beitragautors.

Weiterführend enthält WordPress 6.0 fünf neue Template-Optionen, die die Flexibilität für die Erstellung von Inhalten erhöhen sollen: Autor, Datum, Kategorien, Schlagwort und Taxonomie. Während der Bearbeitung eines Templates zeigt der Quick-Inserter Vorlagen und Template-Teile an, wobei bestimmte Vorlagen von Theme-Entwickler periodisiert werden können. Der Abfrage-Block ermöglicht die Filterung nach mehreren Autoren, die Unterstützung von individuellen Taxonomien und die oben erwähnte Anpassung dessen, was angezeigt wird, wenn es keine Ergebnisse gibt. Wie eingangs schon erwähnt: Nutzt man den ganzen Klickibunti-Gedöns, welches seit WordPress 5.0 eingeführt und fortgeführt wurde, stehen einem recht viele Neuerungen zur Verfügung – ich für meinen Teil kann dem ganzen auch heute noch nur bedingt etwas abgewinnen, stelle den von den Entwicklern eingeschlagenen Weg aber auch nicht groß in Frage.

Viel viel spannender sind für mich aber die Änderungen im WordPress-Core, sprich unter der Haube. Auch hier bringt WordPress 6.0 viele Änderungen mit sich, die sich Entwickler von Plugins und Themes einmal anschauen sollten. Beispielsweise wird der DIV-Tag, welcher bislang um jedes Bild gelegt wird, abgeschafft – sofern das genutzte Theme die neue theme.json-Datei unterstützt. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch die Entfernung des „divs“-HTML-Element, welches automatisch zu allen Blöcken hinzugefügt wurde. Wurde bei Veröffentlichung eines Beitrags keine Kategorie ausgewählt, zeigt WordPress nun einen prominenten Hinweis an, statt den Beitrag wie sonst in die Standard-Kategorie zu verfrachten. Die Webfonts-API kann nun lokale Schriften über PHP oder besagte theme.json verwalten, wobei Google-Fonts ausgeschlossen sind. Außerdem gibt es neue FIlter zum bearbeiten von Bildgrößen (edit_custom_thumbail_sizes) und der bereits existierende Filter get_the_author_link kann individuell angepasst werden.

Auch bei der Performance will man ordentlich an der Schraube gedreht haben, unter anderem bei der Seiten- und Beitrags-Ladezeit sowie der Ausführungszeit diverser Abfragetypen, dem WordPress-eigenem Caching und dem Navigationsmenü. Unter anderem hat man einen Patch für ein 12 Jahre (!) altes Ticket in den Core integriert, welcher unnötige Abfragen bei Nutzung des Hooks do_parse_request verhindern soll – betrifft aber nur große Seiten mit mehr als 10.000 Besuchern pro Tag. Die oben genannten Punkte stellen natürlich nur einen kleinen sichtbaren Teil des großen Updates dar, interessierte Nutzer und Entwickler sollten sich einmal den umfangreichen Field Guide zur Version 6.0 zu Gemüte führen. Oder aber ihr schaut euch das ganze selbst an, das Update steht wie gesagt ab sofort auch in deutscher Sprache zur Verfügung. Aber nicht vergessen: Vorher ein Backup anlegen, schiefgehen kann immer etwas.

Quelle WordPress

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