[WTF des Tages] Der Schwan­ger­schaftstest mit Bluetooth und App-Anbindung

Am 04.05.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 1:31 Minuten

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Sachen gibt’s, die gibt es gar nicht – oder dürfte es gar nicht geben. Getreu dem Motto „Alles ist besser mit Bluetooth“ (Zitat Sheldon Cooper), hat der ameri­ka­nische Hersteller First Response schon auf der CES 2016 einen Schwan­ger­schaftstest vorge­stellt, der mit Bluetooth-Chip und einer entspre­chenden App für iOS und Android daher­kommt. Der Pregnancy PRO. Nun bin ich ein großer Fan des „Internets der Dinge“ und es gibt zahlreiche Hersteller (bevorzugt kleinere Startup-Unter­nehmen), die sich wirklich Gedanken darüber machen, welche Gegen­stände und Sensoren man wie mitein­ander vernetzen kann – es gibt aber auch immer wieder mal großen Mist und ich denke mal, dieser Schwan­ger­schaftstest gehört ohne große Zweifel dazu. 

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Denn letztlich funktio­niert er eben nicht anders, als „unsmarte“ Schwan­ger­schaftstest: Urin ablassen, drei Minuten warten und dann das Ergebnis ablesen. Der einzige Unter­schied hierin besteht eben, dass die Meldung eben nur auf dem Smart­phone-Display angezeigt wird. Dabei ist der Streifen wie auch alle anderen Tests auch, natürlich nur einmal verwendbar. Heißt also, er wandert nach dem Ergebnis in die Tonne, trotzdem muss man für den Bluetooth-Test etwa das zwei- bis dreifache von handels­üb­lichen Tests auf den Tisch legen. Worin liegt also der Vorteil des Pregnancy PRO (außer, dass man nicht über die angezeigten Streifen rätseln muss)? Nun: Die App bietet einen Count­downmbis das Ergebnis ablesbar ist, außerdem gibt es kurze Video­clips, die den Stress während der Wartezeit reduzieren wollen. Achso. 

Dabei hätte man aus der App noch soviel heraus­holen können. Zum Beispiel eine Integration von sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter, inklusive eines Auto-Postings bei positivem Ergebnis (die meines Wissens nach immer korrekt sind). Oder aber man analy­siert den Surf-Verlauf und zeigt bei zu viel aufge­rufen Fail-Videos von und mit Kindern direkt Schwan­ger­schafts­ab­bruch-Kliniken in der Umgebung an. Nein, mal ehrlich: Häufig wissen „wir Nutzer“ natürlich vor der ersten Nutzung noch gar nicht, dass wir so etwas überhaupt brauchen – es hat ja auch niemand mit einem wegwei­senden Erfolg des iPhones Anno 2007 gerechnet. Aber einen einmal verwend­baren Schwan­ger­schaftstest mit Bluetooth? Ist ja nicht so, als hätten wir nicht schon genug Elektro-Schrott. Bullshit-Galore.

via @1337core