Xiaomi Mi Air Purifier 2: Günstiger Luftreiniger mit App-Steuerung ausprobiert

Marcel Am 04.06.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 8:34 Minuten
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Immer mehr Menschen werden inzwischen von verschiedensten Allergien geplagt und neben den Intoleranzen gegen unterschiedliche Inhalte in Lebensmitteln steht auch die Allergie gegen Hausstaub „hoch im Kurs“. Und gerade die Luft in Innenräumen ist alles andere als sauber und beinhaltet neben Hausstaub und dem gefürchteten Feinstaub auch Milbenkot, Pollen Schimmelsporen, Bakterien, Zigarettenrauch und andere Ausdünstungen und Schadstoffe, die uns sehr belasten können. Luftreiniger versprechen Abhilfe und wollen die Raumluft dauerhaft bis zu 99% von Partikeln säubern.

Ein solcher ist zum Beispiel der Mi Air Purifier 2 aus dem Hause Xiaomi. Chinesischer Hersteller, der eigentlich so alles im Angebot hat, was man irgendwie verkaufen kann: Von Smartphones und Tablets, über Fitness-Armbänder (das Mi Band 1S) und smarten Lampen, bis hin zu Reiskocher, Luftreiniger und anderen Kram. Das besondere dabei: Xiaomi gehört trotz der Herkunft zu jenen Herstellern, von denen man eigentlich alles bedenkenlos kaufen kann, ohne groß Enttäuscht zu werden – und dabei spart man auch noch einen guten Batzen Geld, denn die Gadgets sind nicht selten deutlich günstiger als von anderen Herstellern.

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Nun also der Mi Air Purifier 2, den ich von GearBest zur Verfügung gestellt bekommen habe und der seit ein paar Wochen in meinem Arbeitszimmer vor sich hin werkelt. Vorab ein kleiner Disclaimer: Ich habe den Fokus des kleinen Reviews auf die Smart-Home-Funktionen des Luftreinigers gelegt. Zwar werde ich auch ein paar wissenschaftliche Infos einwerfen, mir stehen aber keine hochwertigen Gerätschaften zur Verfügung, um die Luftqualität und die enthaltenen Schadstoffe wirklich analysieren und überprüfen zu können – wird im Artikel aber auch nochmal selbst erwähnt.

Der Xiaomi Mi Air Purifier 2

Der Mi Air Purifier 2 ist ein gutes Stückchen kleiner geworden, als sein direkter Vorgänger „mit ohne 2“ und misst rund 52 Zentimeter in der Höhe, sowie 24 Zentimeter in der Breite und der Tiefe. Also noch immer alles andere als unauffällig. Das Design würde ich als „schlicht solide“ bezeichnen: Kein Designerstück, wie zum Beispiel die Luftreiniger von Dyson oder anderen Herstellern, aber auch nicht das, was ich nun als häßlich bezeichnen würde. Das Gehäuse des Luftreinigers besteht komplett aus Kunststoff, welcher allerdings recht dick und damit einen durchaus stabil en Eindruck macht und auch beim Thema Verarbeitung gibt es Xiaomi-typisch eigentlich nichts, was man negativ kritisieren könnte.

Klappt man die hintere Klappe des Mi Air Purifier 2 auf, so gelangt man an den Filter, den man ganz einfach und ohne irgendwelche „Fallen“ wechseln kann. Randnotiz: Es gibt übrigens zwei unterschiedliche Arten von Filtern, neben den blauen Standard-Filtern gibt es auch noch grüne „Enhanced-Filter“, die zusätzlich auch noch Formaldehyd aus der Luft ziehen. Zum Ein- und Ausschalten gibt es nur einen Button an der Oberseite, die restliche Bedienung erfolgt eben per App. Vielleicht für viele interessant: Die LEDs zur Anzeige der Betriebsmodi lassen sich über die Geräteeinstellungen in der Mi-App auch dimmen oder gänzlich ausblenden.

Ansonsten gibt es eben nicht mehr viel zum Gerät selbst zu sagen: Seitlich wird eben die Luft eingezogen, dann durch den Filter gereinigt und oben durch den Ventilator wieder im Raum verteilt. Kurz ein paar Worte zum Aufstellen des Luftreinigers: Dieser sollte natürlich möglichst zentral im Raum stehen, damit die Luft gleichmäßig verteilt werden kann. Ecken wären also Tabu, genau wie die Platzierung hinter großen Objekten oder vor Fenstern, letzteres wäre ein wenig kontraproduktiv. Nun muss man einen Luftreiniger nicht völlig frei in der Raummitte platzieren, aber ein wenig auf die Platzierung achten schadet nicht.

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Einrichtung und Betrieb

Die erste Einrichtung des Mi Air Purifier ist schnell gemacht, erfordert allerdings zwei Dinge: Zum einen natürlich die dazugehörige Smart-Home-App aus dem Hause Xiaomi, die sowohl für iOS, als auch für Android kostenlos zu haben ist. Des Weiteren wird „natürlich“ auch ein Account benötigt, den ihr euch direkt über die App selbst oder über diesen Link erstellen könnt – viel wird nicht abgefragt, leider ist es optional nicht möglich, den Luftreiniger ohne einen Mi-Account nutzen zu können. Hat natürlich den Vorteil, dass die Steuerung auch von unterwegs aus klappt, ist aber eben nicht für jeden ein Muss, sodass eine optionale Anbindung nicht schlecht wäre – aber was rede ich, ist leider bei fast allen Smart-Home-Anbietern der Fall.

MiHome
MiHome
Entwickler: Xiaomi Inc.
Preis: Kostenlos

Die Apps sind zwar nur in englischer Sprache zu haben, dies dürfte aber eigentlich kein Problem darstellen. Die Einrichtung ist recht gut bebildert und erklärt die folgenden Schritte ganz gut: Das gewünschte Gerät auswählen, welches mit dem Mi Home verbunden werden soll, den Luftreiniger einschalten, das heimische WiFi-Netzwerk auswählen und das dazugehörige Passwort eingeben, mit dem WiFi-Netzwerk des Mi Air Purifier verbinden und warten. Danach befindet sich der Luftreiniger in eurem WiFi-Netzwerk und ihr könnt noch einen Namen für das Gerät vergeben. Wie gesagt, schnell erledigt und ohne Probleme machbar.

Der Betrieb des Luftreinigers selbst erfordert eigentlich kaum Eingriffe eurerseits. Die Luftqualität wird automatisch gemessen, der aktuelle Wert (der Feinstaub-Messung PM25) wird euch natürlich innerhalb der App angezeigt. Scrollt ihr in der Hauptansicht weiter herunter, so erhaltet ihr noch ein paar zusätzliche Informationen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, eure Luftqualität verglichen mit der Luftqualität im Freien und der verbleibenden Restlaufzeit des Filters. Außerdem gibt es eine kurze Übersicht über die Laufzeit des Luftreinigers und die kumulierte Menge an Luft, die der Mi Air Purifier bereits gereinigt hat. Alles recht übersichtlich und auch hier dürfte die fehlende deutsche Übersetzung kein Problem sein.

Der Mi Air Purifier 2 kennt drei unterschiedliche Betriebsmodi. Im Automatik-Modus arbeitet der Luftreiniger natürlich nur soviel, wie notwendig ist – sobald sich die Luftqualität im Raum wieder verbessert hat, schaltet sich der Lüfter ab und surrt nahezu lautlos umher. Ist ein angenehmes, gleichmäßiges Surren, könnte ich ohne Probleme bei Schlafen. Im Sleep-Mode soll der Lüfter besonders leise sein, Xiaomi gibt hierbei 30 Dezibel an, etwa die Lautstärke eines Flüsterns – meinem Empfinden nach aber deutlich leiser und angenehmer, wobei zwischen dem Schlafmodus und der niedrigsten Auto-Stufe meiner Meinung nach kein hörbarer Unterschied liegt. Er geht aber eben in der Nacht nicht plötzlich hoch, dies dürfte der einzige Unterschied sein.

Zu guter Letzt gibt es dann auch noch den Favoriten-Modus: Per Longpress auf den Button könnt ihr die Geschwindigkeit des Lüfters natürlich auch manuell festlegen und die ausgewählte Stufe dann zukünftig per einfachen Tap auf „Favorite“ auswählen. Hierbei sei nur gesagt, dass sich der Lüfter dann eben nicht mehr selbst herunter regelt. Die Lautstärke? Ist natürlich davon abhängig, wie sehr der Lüfter arbeitet. Auf niedrigster Stufe kaum hörbar, im „normalen“ Betrieb während der erforderlichen Luftreiniger in etwa vergleichbar mit einem leicht rotierenden Ventilator und auf maximaler Stufe kann das Ding dann auch ordentlich und unangenehm röhren.

Leistung der Luftreinigung

Nun gibt es einmal etwas technisches und wissenschaftliches, damit wir Sinn und Unsinn und die Leistung des Luftreinigers einmal ein wenig genauer beleuchten können. Erst einmal: Bei dem verbauten Filter handelt es sich um einen HEPA-Filter  der Filterklasse H11 (E11) mit einem Abscheidegrad von >90%. Heißt also einfach ausgedrückt, dass der Filter mindestens 95% aller Partikel von einer Größe mit mindestens 0,3µm (Mikrometern) aus der Luft entfernt (inklusive dem gefürchteten Feinstaub PM 2,5). Hinzu kommen noch eine erste Schicht für größere Partikel wie Haare und Hausstaub, sowie eine Schicht mit Aktivkohle, die Formaldehyd und andere Schadstoffe entfernt.

Xiaomi gibt für den Mi Air Purifier 2 folgende technische Daten zur Reinigungsleistung der Luft an: 100% der großen Partikel wie Haare und Staub, 99,3% an Partikel bis zu 0,3 Mikrometer, 99,99% an Partikeln mit bis zu 2,5 Mikrometer (Feinstaub), sowie 91% an Formaldehyd (nur der grüne Filter) und anderen Schadstoffen. Es bleibt also nicht mehr viel Zeugs in der Luft, dass euch irgendwie Schaden könnte. Luftreiniger haben natürlich immer den Nachteil, dass die verwendeten Filter irgendwann einmal gewechselt werden müssen. Wie häufig, lässt sich nur schwer sagen, in meinen Räumen (Laminatboden, Nicht-Raucher-Wohnung, Hund) würde der Filter etwa 145 Tage halten, macht also etwa 2-3 Filter pro Jahr. Zu den Kosten später noch einen Absatz.

Wie lange ein Luftreiniger benötigt, hängt natürlich von der Größe des Raumes oder der Wohnung ab. Als Faustformel gilt, dass die Luft in einem Nichtraucher-Zimmer mindestens 2 Mal pro Stunde komplett umgewälzt werden sollte. Beispiel: Ein Raum mit einer Größe von 30m2 und einer Höhe von 2,20 m besitzt ein Volumen von 66m3 – der Luftreiniger sollte also pro Stunde mindestens 132m3 Luft reinigen können. Der Mi Air Purifier 2 schafft pro Stunde etwa 330m3 Luft (CADR-Wert), im „Super-Modus“ (sprich voll aufgedreht, maximal 15 Minuten) kommt er sogar auf einen zwischenzeitlichen CADR-Wert von 388m3. Insgesamt schafft er so etwa 10.000 Liter Luft pro Minute zu reinigen – ein Raum mit 23 m2 wäre also in rund 10 Minuten gereinigt.

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Kosten für Filter und Strom

Bei einem Gerät, dass quasi dauerhaft läuft, stellt sich natürlich auch immer die Frage nach den Kosten, die pro Monat oder Jahr anfallen. Zugegeben: lässt sich nur schwer beantworten, denn sowohl die anfallenden Stromkosten, als auch die Kosten für die Erneuerung des Filters sind von verschiedenen Faktoren abhängig. Größe des Raumes oder der Wohnung, Luftqualität außen, Hartboden oder Teppich, Haustiere, Raucher – all das sind Dinge, die den Luftreiniger beeinflussen. Wie immer gilt: Je größer und „schmutziger“ die Luft, umso mehr muss der Luftreiniger arbeiten, desto höher ist der Stromverbrauch und die Abnutzung des Filters.

In der ruhigsten Stufe des Automatik-Modus und im Schlafmodus verbraucht der Xiaomi Mi Air Purifier 2 etwa 2,5 – 2,7 Watt, bei vollster Leistung geht der Verbrauch auf 30 Watt hoch, fällt aber eben nach maximal 15 Minuten auch wieder ab. Bei mir schaltete er aber mit Ausnahme der Zigaretten-Probe nie vollkommend auf, sodass mir mein Messgerät nach runden vierzehn Tagen einen Verbrauch von etwa 3,506 Kilowattstunden anzeigte. Bei einem Durchschnittspreis von etwa 28,69 Cent pro kW/h wären dies also round about 26 Euro pro Jahr.

Der HEPA-Filter überlebt bei mir laut Mi-Home-App etwa 150 Tage, macht also 2-3 Filter pro Jahr – aber auch hier kann je nach Umgebung vorzeitig ein neuer Filter fällig werden. Kostenpunkt pro Filter: etwa 45 – 50 Euro, je nach Anbieter (aktuell würde ich diesbezüglich auf HonorBuy verweisen). Rechnen wir einmal zusammen: Drei Filter á 45 Euro macht 135 Euro, hinzu kommen noch die Stromkosten, sodass mir der Betrieb des Mi Air Purifier 2 im Jahr ganz grob etwa 160 Euro kosten würde. Oder aber man nutzt zusätzlich eine zeitgesteuerte Steckdose und lässt den Reiniger in der Nacht zum Beispiel gänzlich abgeschaltet…

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Abschlussworte und tl;dr

Der Xiaomi Mi Air Purifier 2 hinterlässt einen guten Eindruck. Das Gehäuse ist stabil und (wie eigentlich von Xiaomi gewohnt) sehr gut verarbeitet, das Design ist zwar nicht sonderlich verspielt, dennoch aber sehr schlicht gehalten. Sieht meiner Meinung nach definitiv schmucker aus, als viele andere Luftreiniger in dieser Preisklasse oder etwas darüber. Der Filter kann viele Schmutzpartikel aus der Luft beseitigen, die Leistung des Lüfters ist mehr als ordentlich und auch für leicht überdurchschnittlich große Räume mit bis zu 30 Quadratmetern geeignet – alles darüber wird dann eben lauter. Preislich spricht ebenso wenig gegen den Mi Air Purifier 2 von Xiaomi, denn selbst als Import ist der mit etwa 160 Euro noch um einiges günstiger als gleichwertige Geräte anderer namhafter Hersteller.

Nun ist es natürlich so, dass sicherlich nicht jeder einen Luftreiniger benötigt, zumal die Luftqualität in Deutschland bei Weitem noch nicht so schlimm ist, wie in einigen anderen Ländern, allen voran natürlich dem Xiaomi-Heimatland China. Ich persönlich habe keine Vorteile der „saubereren“ Luft bemerkt, allerdings habe ich glücklicherweise nicht mit Allergien zu kämpfen, sodass ich wohl nicht in die Zielgruppe derartiger Geräte falle. Vielmehr dürften Allergiker (egal ob nun Hausstaub, Heuschnupfen, Schimmel oder dergleichen) und Asthmatiker zur primär angesprocheneren Käuferschicht zählen. Und in diesem Punkt ist der Mi Air Purifier 2 durch sein Preis-/Leistungsverhältnis definitiv ein interessantes Angebot. dass man sich einmal anschauen sollte…

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Dieser Artikel wurde mir von Gearbest als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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