Xiaomi Mi Pflanzensensor im Test: Nie mehr ausgetrocknete Pflanzen?

Marcel Am 16.12.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:19 Minuten

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Es wird wohl kaum eine Wohnung geben, in der sich nicht mindestens eine Pflanze befindet – immerhin eine schmucke Möglichkeit, einem Raum etwas mehr wärme  und Gemütlichkeit zu verleihen. Blöd nur, wenn man keinen allzu grünen Daumen besitzt und die Pflanzen regelmäßig eingehen. Vergessen zu gießen, zu wenig Licht, ein zu warmer Standort – die Gründe dafür sind zahlreich. Nun kann man entweder auf Kunstpflanzen setzen oder sich einen Kaktus auf die Fensterbank stellen. Oder man nutzt die technischen Möglichkeiten im Jahre 2016 und setzt auf einen Pflanzensensor, der sich mittels Bluetooth mit dem Smartphone verbindet und so verschiedenste Informationen liefert, mit dem die Pflanze vor dem langsamen Sterben bewahrt werden soll. Ein solcher Sensor ist zum Beispiel der Mi Flower Monitor aus dem Hause Xiaomi, den ich mir einmal angeschaut habe.

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Bei dem Xiaomi Mi Pflanzensensor handelt es sich um einen etwa 12 Zentimeter messenden Sensor und sich im Grunde in zwei Teile aufteilt. Der obere Teil des Sensors beherbergt neben einer handelsüblichen CR2032-Knopfzelle Sensoren für die Helligkeit (oben) und die Umgebungstemperatur – der untere Teil mit seinen zwei Füßen misst die Feuchtigkeit und Fruchtbarkeit der Erde. Wirkt insgesamt sehr gut verarbeitet, die Batterie besitzt noch eine kleine Gummiabdichtung – in Kombination mit dem sauber geschlossenen Gehäuse dürfte der Pflanzensensor demnach auch für den Außenbereich einsatzfähig sein, dies allerdings nur unter Vorbehalt. Benutzung? Einfach in den Pflanzenkübel oder dem Blumentopf drücken, wenn möglich natürlich so, dass ihr möglichst wenig Wurzelmaterial beschädigt.

Und dann? Dann benötigt ihr zunächst einmal eine entsprechende App für euer Smartphone. Hier habt ihr sowohl für iOS, als auch für Android zwei unterschiedliche Möglichkeiten. Zum einen gibt es die offizielle Mi Smart Home App, die neben dem Pflanzensensor auch noch mit anderen Xiaomi-Gadgets kommunizieren kann. Demnach besitzt die App duzende Features, die ihr aber allesamt nicht benötigt – außerdem sind einige Teile der App nur auf Chinesisch eingebaut. Die zweite Möglichkeit greift die Flower Care App auf, die komplett auf Englisch ist. Geht es nur um den Pflanzensensor, sehen beide Apps völlig identisch auf und sind identisch aufgebaut. Ebenso benötigen beide Apps zur Benutzung einen Mi-Account bei und von Xiaomi – ohne geht nix.

MiHome
MiHome
Entwickler: Xiaomi Inc.
Preis: Kostenlos

Die erste Einrichtung des Pflanzensensors geht einfach von der Hand: Der App mitteilen, dass ihr einen neuen Sensor verbinden wollt, ein paar Sekunden warten, schon wird die Verbindung über Bluetooth 4.0 LE hergestellt. Im nächsten Schritt müsst ihr nun nur noch eure Pflanze finden, was sich fairerweise je nach Art etwas schwierig gestalten kann. Um eine Pflanze hinzufügen zu können, habt ihr zwei Möglichkeiten: Am schnellsten dürfte es über die Suche und Eingabe des lateinischen Namen gehen (Google hilft), solltet ihr aber auch den deutschen Namen nicht kennen, hilft euch ein kleiner Assistent weiter, in dem ihr nach und nach die Blätter charakterisiert und entsprechende Pflanzen angezeigt bekommt. Xiaomi gibt zwar an, dass sich über 3.000 Pflanzen in der Datenbank befinden – klingt viel, dennoch dürften gerade ein paar Exoten nicht aufzufinden sein.

Ist das dann auch erledigt, liefert euch die App direkt entsprechende Informationen der Sensoren. So zeigt sie euch direkt an, ob die Versorgung mit Sonnenlicht, Wasser und Nährstoffen, sowie die Temperatur im „grünen Bereich“ ist oder ob sie zu niedrig oder zu hoch ist. Per Tap auf eine der Infos bekommt ihr noch ein paar genauere Informationen, zum Beispiel über die Helligkeit in Lux oder die Temperatur. Auch ist eine Zusammenfassung vorhanden, diese zeigt euch die Gesamtverfassung der Pflanze (Basis der gesammelten Daten) und weitere Auswertungen an. Ihr wollt ein paar stichpunktartige Informationen und Pflegehinweise zu euerer Pflanze? Auch dies liefert euch die App.

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Und das war es dann auch schon mit dem Funktionsumfang – viel mehr gibt es nicht, weswegen das Fazit auch recht gemischt ausfällt. Ja, die Idee eines Pflanzensensors ist nicht verkehrt, gerade dann, wenn einem eine bestimmte Pflanze sehr am Herzen liegt, wie zum Beispiel ein Familienerbstück oder eine Seltenheit. Das große ABER und für mich eigentlich auch das K.O.-Kriterium an dem Pflanzensensor und der App: Es gibt keine Benachrichtigungsfunktion.

Möchte man zum Beispiel wissen, ob die Feuchtigkeit oder die Nährstoffe noch in Ordnung sind, muss man jedesmal in die Nähe der Pflanze und die App aufrufen. Mit entsprechenden Benachrichtigungen (zum Beispiel bei Wassermangel) gäbe es für die etwa 15 Euro eine klare Kaufempfehlung – so aber ist der Xiaomi Pflanzensensor in meinen Augen etwas unsinnig und lediglich ein interessantes Werkzeug für Statistikfreunde.

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