Xiaomi Roidmi 3S ausprobiert: FM-Transmitter und Kfz-Ladegerät – das Autoradio mit Bluetooth aufpolieren

Marcel Am 20.11.2017 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:52 Minuten

Fast alles wird irgendwie „smart“ und mit Bluetooth aufgemöbelt, gerade technisches Gedöns, die in irgendeiner Form mit Musik zu tun haben. Das Autoradio zum Beispiel. Ist natürlich praktisch, wenn dieses sich mit Bluetooth mit dem Smartphone verbinden kann und auf diese Weise erlaubt, Anrufe oder natürlich Musik über die Lautsprecher des Autos laufen zu lassen – im Idealfall mit Unterstützung einer etwaigen vorhandenen Steuerung am Lenkrad. Allerdings werden Autos erst nach vielen, vielen Jahren ersetzt und so sind noch immer viele Automobile auf den Straßen, die noch in der „Pre-Bluetooth-Ära“ gebaut wurden und bei denen ein USB-Anschluss schon das höchste der Gefühle ist.

Klar kann man das Audioradio recht schnell und einfach wechseln, je nach Modell kann dies aber auch etwas aufwendiger ausfallen oder tiefer ins Portemonnaie greifen. Eine günstigere Alternative stellen so genannte FM-Transmitter dar: Quasi kleine Radiostationen für den Zigarettenanzünder, die sich via Bluetooth mit dem Smartphone verbinden und die empfangene Musik über eine Radiofrequenz an das Autoradio übertragen. Ein solcher ist zum Beispiel der Xiaomi Roidmi 3S, den ich zuletzt einmal ausprobiert habe – das Auto selbst gehört meiner besseren Hälfte, die schlichtweg zu geizig für ein neues Radio ist. Man muss eben Prioritäten setzen.

Auf den ersten Blick sieht der Xiaomi Roidmi 3S wie ein übliches USB-Ladegerät für den Zigarettenanzünder aus und letztlich ist er das auch. Das Gehäuse besteht mit Ausnahme der Kontakte und dem Ring komplett aus Kunststoff, ist aber tadellos verarbeitet und dem Gerätetypus entsprechend hochwertig – und im Vergleich zu anderen Kfz-Ladegeräten mit seinen ↑5,3 x ∅2,5 Zentimetern ein wenig kompakter. Wichtig zu wissen: Im Gegensatz zum Vorgängermodell, dem Roidmi 2S, gibt es nur noch eine internationale Version, die mit nahezu sämtlichen Fahrzeugmodellen beziehungsweise deren so genannte Bordspannungssteckdosen kompatibel sein sollte.

Die USB-Anschlüsse liefern 1 beziehungsweise 2,4 Ampere bei 5 Volt, die maximale Last an beiden Anschlüssen liegt demnach bei 3,4 Ampere beziehungsweise 20 Watt. Zwar kann die Spannung im Auto immer ein wenig schwanken, bei zwei angeschlossenen iPhones konnte ich allerdings keine Probleme feststellen, die Geräte wurden ausreichend geladen, auch wenn eines als Navigationsgerät diente. Dank Überspannungs-, Überhitzungs- und Überladeschutz sollte ein Mindestmaß an Sicherheit gegeben sein, aber auch bei zwei angeschlossenen kleinen Verbrauchern wurde das Ladegerät zu keiner Zeit spürbar warm oder find an, nervig und hochfrequentiert zu fiepen.

Spannender und interessanter als die Stromversorgung ist aber der integrierte FM-Transmitter. Grundsätzlich lässt sich dieser ohne irgendeine App nutzen: Den Transmitter wie gewohnt über die Bluetooth-Einstellungen mit eurem Smartphone koppeln, das Audioradio auf die Standard-Frequenz 96,4 MHz einstellen und schon kann die Musik vom Smartphone über den Transmitter ans Radio übermittelt werden. Dennoch solltet ihr euch die Roidmi-App, die sowohl im App Store für iOS, sowie im Play Store für Android zur Verfügung steht, einmal aufs Smartphone werfen, denn sie bringt ein paar zusätzliche Funktionen mit sich, beispielsweise Installation von Firmware-Updates oder eine Auswahl der LED-Farbe.

ROIDMI
ROIDMI
Preis: Kostenlos

Die aber wohl wichtigste Funktion der Roidmi-App dürfte die Möglichkeit sein, die wie erwähnt standardmäßig auf 96,4 MHz eingestellte Frequenz ändern zu können. Dies ist beispielsweise dann notwendig, wenn ihr in Gegenden unterwegs seid, in denen die eingestellte Frequenz oder angrenzende Frequenzen von Radiostationen genutzt wird. In diesem Falle solltet ihr ein deutliches Rauschen hören und müsst euch dann ein wenig Zeit nehmen und etwas herum probieren. Solange, bis ihr eine Frequenz erwischt auf der keine störenden Signale gesendet werden. Glücklicherweise ist man ja zumeist in einem Kreis unterwegs, sodass man die Frequenz nur selten wechseln muss.

Das Streamen von Musik und Anrufen funktioniert überraschend gut und wenn überhaupt mit nur minimalen Verzögerungen. Ist die Frequenz einmal richtig eingestellt, ist auch so gut wie keinerlei Rauschen zu hören. Was den Sound betrifft, so muss man logischerweise Abstriche in Kauf nehmen, denn immerhin wird dieser über zwei unterschiedliche Funkwellen übermittelt: via Bluetooth 4.2 vom Smartphone zum Transmitter und von diesem über Radiowellen ans Autoradio – und gerade letzteres dürfte die Schwachstelle darstellen. Im Vergleich zum Radio selbst oder auch die Nutzung eines Klinkensteckers ist der Sound ein wenig blecherner. Aber: Der Sound geht für die Umstände in Ordnung.

Wer auf ein neues Radio verzichtet, der wird wohl auch die zumeist nicht ganz so prallen Standardboxen verbaut haben. Wie bereits eingangs erwähnt: man muss eben Prioritäten setzen. Was Anrufe anbelangt sollte man darauf achten, dass man das Smartphone in einer Halterung untergebracht hat, denn der Roidmi 3S besitzt im Gegensatz zu seinem Vorgänger kein eigenes Mikrofon. Auch muss man im Hinterkopf behalten, dass man lediglich die Lautstärke über das Radio oder das Lenkrad verändern kann. Zum Pausieren der Wiedergabe oder Überspringen eines Songs muss man auf das Smartphone zurückgreifen, während der Fahrt natürlich auf „Hey Siri“ oder „OK Google“.

Fazit: Trotz kleinerer Schwächen und fehlendem Mikrofon stellt der Xiaomi Roidmi 3S eine einfache und vor allem günstige Möglichkeit dar, sein Autoradio ein wenig „smarter“ zu machen. Keine störenden und hässlichen Kabel, kein Umbau, keine aufwendige Konfiguration – einfacher geht es kaum. Auf Amazon gibt es den Roidmi 3S für rund 27 Euro, wem China-Shops keine Sorgenfalten ins Gesicht zaubern, der kommt sogar noch deutlich günstiger weg, denn auf GearBest beispielsweise gibt es den FM-Transmitter für Pi mal Daumen 14 Euro (je nach Aktion auch für unter 10 Euro). Bezüglich der Preis/Leistung gibt es kaum Alternativen.

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