Zurück in die 90er: „Day of the Tentacle“ und „Micro Machines“ für iPhone und iPad veröf­fent­licht

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Nicht nur Pokémon Go hat nun den offizi­ellen Weg in den App und Play Store gefunden, mit Day of the Tentacle und Micro Machines gibt es auch ganz frisch zwei echte Klassiker für iPhone und iPad.

Bei Day of the Tentacle dürfte es sich bis ins Heute hinein um eines der besten „Point and Click“-Adventures handeln. Der direkte Nachfolger von Maniac Mansion aus dem Jahre 1987 führt die Story rund fünf Jahre später fort: Der verrückte Wissen­schaftler Dr. Edison hat zwei Tentakel geschaffen, von denen einer größen­wahn­sinnig wird und die Weltherr­schaft an sich reißen möchte. Dies muss der Spieler durch die weiteren Protago­nisten Bernard, Laverne und Hoagie natürlich verhindern – mit abwechs­lungs­reichen und kreativen Rätseln und natürlich der gewohnten Portion schwarzen Humor. Nachdem die Remas­tered-Version schon seit einigen Monaten auf Steam, GOG.com und auch im Mac App Store verfügbar ist, hat es die Neuauflage nun auf das iPhone und iPad geschafft. 

Story und Gameplay sind natürlich nahezu identisch zum Original, die Grafiken sind aller­dings nun auch auf hochauf­lö­senden Displays gestochen scharf und auch die Audio­ef­fekte und der Sound­track wurden hörbar überar­beitet. Ganz nett ist auch eine überar­beitete, neue Oberfläche, die geliebte, aber zugege­be­nermaßen doch recht umständ­liche Verb-Objekt-Klickerei ersetzt. Super Sache: Wer aus Gründen der Nostalgie keine Lust auf die HD-Variante hat, der kann innerhalb des Spiels auch zu einem jeden Zeitpunkt über eine Punch-To-Zoom-Geste auf die klassische Pixel­grafik und Audio­ef­fekte des Originals zurück­greifen. Auch in dieser Form ein absoluter Pflichtkauf für alle mobilen Gaming­freunde, die 4,99 Euro sind es mehr als wert. 

Weiter geht es mit dem Fun-Racer Micro Machines, ebenfalls aus den frühen 90er-Jahren. Entwickler ist zwar das inzwi­schen zu EA gehörende Chillingo, dennoch waren die Jungs und Mädels von Codemasters auch an dem iOS-Port beteiligt. Bei Micro Machines steuert ihr einen von 63 verschie­denen Spiel­zeug­autos (wer kennt Micro Machines noch als Machbox-Konkurrenz?) über verschiedene Strecken wie Frühstücks­ti­schen, Badewannen, Billard­ti­schen und Küchen­spülen und müsst das Rennen dabei natürlich möglichst als erster beenden – notfalls auch, indem ihr eure Gegner mit verschie­denen Waffen in Schach haltet. Neben dem klassi­schen Rennmodus gibt es auch einen neue Kampf­arena, in der ihr eure Heraus­for­derer mit einer NERF-Kanone abschießen müsst. Apropos Heraus­for­derer: Micro Machines lässt sich nur im Multi­player-Modus spielen, wahlweise übers Internet oder lokal über Bluetooth und WLAN. 

Damals wie heute eine spaßige Sache, die aller­dings durch ein typisches Chillingo-Problem getrübt wird, denn statt auf ein Premium-Modell zu setzen, hat man hier mal wieder die In-App-Keule rausgeholt. Natürlich kann man die für die Autos benötigten Bauteile und Upgrades auch durch das Fahren und Gewinnen von Rennen sammeln, indem man genügend Münzen und Edelsteine sammelt. Dies ist aber doch recht mühselig und bereits in der ersten Welt müssen die Rennen mehrmals gefahren und gewonnen werden, damit man die für die zweite Welt erfor­der­lichen Autos zusam­men­bauen kann. Schade, dass man sich für diesen Weg entschieden hat, denn so macht es trotz tollem Gameplay nur bedingt Spaß. Wie es besser geht zeigt Re-Volt Classic: Einmalkauf mit zusätz­lichen In-App-Käufen, um zum Beispiel direkt zu Beginn alle Autos freizu­schalten. Für ungeduldige, aber nicht notwendig. 

Micro Machines
Entwickler: Chillingo Ltd
Preis: Kostenlos+