DuckDuckGo: Browser mit einem Mehr an Datenschutz für macOS geht als offene Beta an den Start

Marcel Am 18.10.2022 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:36 Minuten

Die einstige Nur-Suchmaschine DuckDuckGo hat nach fast halbjähriger, geschlossener Beta-Phase ihren Mac-Browser mit optimiertem Datenschutz als offene Beta für alle Interessierten gestartet.

DuckDuckGo dürften die meisten als Suchmaschine kennen, die sich seit 2008 als Alternative zu Google, Bing und Co. platziert hat. Ursprünglich war das Ziel, ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, indem man nicht zwingend die meistgesuchten Ergebnisse anzuzeigen, sondern die besten. Inzwischen ist aber auch der Datenschutz in den Fokus gerückt und so bezeugt man an vielen Stellen, dass DuckDuckGo keine persönlichen Informationen sammelt oder teilt. Da man dies aber natürlich nur für die eigene Domain gewährleisten kann, hat man sich in den letzten Monaten breiter aufgestellt und neben einem Mail-Weiterleitungs-Dienst auch einen eigenen Browser entwickelt, der ebenfalls starken Wert auf Privatsphäre der Nutzer legt und beispielsweise einen integrierten Werbe- und Trackingblocker besitzt. Für iOS und Android ist der DuckDuckGo Privacy Browser schon seit geraumer Zeit verfügbar, für den Mac hat man den Browser im April in einer geschlossenen und seit heute in einer offenen Beta an den Start gebracht.

DuckDuckGo setzt auf dem Mac nicht auf die Engines von Mozilla oder Google, sondern setzt auf die WebKit-Engine auf, die auch der hauseigene Safari-Browser nutzt. Dementsprechend läuft der Browser laut Entwicklern und auch gefühlt insbesondere auf grafikintensiven Seiten flüssiger als Chrome und Co. Der Browser sieht auf den ersten Blick einfach nur wie ein weiterer Browser aus, inklusive Elementen wie Lesezeichenleiste, angepinnte Tabs und einen lokalen Browser-Verlauf. Unter der Haube hat das hauseigene Entwicklerteam aber einige Features implementiert, die bei anderen gar nicht oder nur mit Erweiterungen möglich sind. Apropos Erweiterungen: Diese besitzt der DuckDuckGo-Browser bislang nicht, denn laut Entwicklern hat sich herausgestellt, dass die beliebtesten Erweiterungen Passwort-Manager und solche sind, die Nutzer vor unangenehmer Werbung schützen. Und eben jene Features sind bereits nativ enthalten.

Natürlich ist die hauseigene Suchmaschine als Standard gesetzt. Darüber hinaus werden Tracker und Werbung schon bevor diese geladen werden blockiert, was im Vergleich zu Chrome bis zu 60% an Datenvolumen einsparen solle. Beim Entfernen von Werbung ist man versucht, den von geblockten Anzeigen hinterlassenen Leerraum zu bereinigen. Auch der Cookie-Popup-Schutz wurde im Laufe der Beta-Phase stetig verbessert und kann nun rund 50% an Cookie-Popups automatisch wegklicken. Ebenfalls an Bord ist eine Passwortverwaltung, der sich wie üblich Anmeldedaten automatisch merken und ausfüllen kann und zufällige Passwörter für neue Anmeldungen vorschlägt. Gespeicherte aus anderen Browsern können (teils) übernommen werden, sofern man diese denn im Browser speichert – ich für meinen Teil würde aus Gründen der Flexibilität immer auf einen dedizierten Passwortmanager zurückgreifen.

Interessant ist auch eine Neuerung, die mit der Version 0.30 integriert wurde: der Duck Player. Dieser schaltet sich zwischen Browser und YouTube-Videos und schützt hierbei vor Cookies und gezielter Werbung und bietet eine ablenkungsfreie Oberfläche, die die nach eigenen Angaben strengsten Datenschutzeinstellungen von YouTube für eingebettete Videos enthält. In vielen Fällen konnten so die meisten Anzeigen blockiert werden und falls nicht, sind diese nicht personalisiert. Der Duck Player kann entweder dauerhaft aktiv sein oder nur für bestimmte Videos temporär aktiviert werden. Ähnliches geschieht auch mit von Facebook eingebettete Inhalte, die standardmäßig deaktiviert werden und nur auf Wunsch eingeblendet werden – in diesem Falle dann aber mit Tracker, die Facebook eben ganz gerne in eingebettete Inhalte einbindet um Blocker zu umgehen.

Darüber hinaus besitzt DuckDuckGo für macOS auch einen Privacy Feed, in welchem sämtliche blockierte Tracker in den letzten sieben Tagen chronologisch einsehbar sind. Ebenfalls interessant ist der „Fire Button“, der ganz prominent in der oberen rechte Ecke der Tableiste zu finden ist und per einfachem Knopfdruck quasi den Browser zurücksetzt: So wird nicht nur der Verlauf gelöscht, sondern auch sämtliche Spuren von Webseiten (wie Cookies, Website-Caches und Favicons), Informationen zu Browsersitzungen (wie geöffnete Tabs und besuchte URLs) sowie Berechtigungen, die ihr für einzelne Websites erteilt haben (wie Geolocation-, Kamera- und Mikrofoneinstellungen). Falls der „Softreset“ für bestimmte, einzelne Webseiten nicht gewollt ist, könnt ihr diese „Fireproof“ machen, sodass Erstanbieter-Cookies und Cache erhalten bleiben. Auch ein automatisches Auslösen des „Fire Button“ bei Neustart ist möglich.

Durchaus ein Browser, der recht interessant ist. Hierbei sei natürlich erwähnt, dass Apple mit seinem hauseigenen Safari-Browser unter macOS und iOS inzwischen ähnlich vorgeht und auch viele Tracker von Haus aus blockiert beziehungsweise uneindeutige IDs vergibt. Ebenso kann man in den gängigen Browsern vieles mittels Erweiterungen erreichen, wobei Google schon aus dem Kern heraus Daten erhält – da kann man mittels Erweiterung machen was man will. Bei DuckDuckGo gibt es aber viele Dinge aus einer Hand, was den Browser gefühlt schneller macht als Konsorten mit zahlreichen Erweiterungen. Mal sehen, wo die Reise in Zukunft hingeht, dass man nahezu sämtliche Datenschutz-Features sowie die iOS-, Android- und in Zukunft auch Mac-App als Open Source auf GitHub offen gestellt hat. Und wer den Browser gerne mal testen würde, aber Windows nutzt: Keine Sorge, eine Windows-Portierung ist bereits in Planung. Mal sehen, ob man hierbei ebenfalls auf WebKit setzt oder für Windows eine andere Engine nutzt…

‎DuckDuckGo Privacy Browser
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Entwickler: DuckDuckGo, Inc.
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DuckDuckGo Privacy Browser
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‎DuckDuckGo Privacy for Safari
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Entwickler: DuckDuckGo, Inc.
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Quelle DuckDuckGo

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