Die Sache mit den Docking-Stations für Smart­phone ist so eine Sache: Sieht man einmal von der aufrechten Qi-Ladestation DT 910 von Nokia ab, so lassen sich die Geräte zwar ohne Probleme andocken, bei der Abnahme vom Dock gibt es aller­dings bei allen von mir getes­teten Docking-Stations (egal ob für’s iPhone oder als Micro-USB) das Problem, dass man dieses nur mit zwei Händen schafft. Eine Hand hält die Docking-Station fest, die andere zieht das Smart­phone heraus. Unschöne Sache an die sich schon vor einiger Zeit die Jungs und Mädels von Hardwrk gewagt haben und mit dem Massive Dock eine Docking-Station für’s iPhone entwi­ckelt haben, die genau das erwähnte Problem lösen möchte. Einhändig anstöpseln, einhändig abstöpseln, einhändig bedienen – das sind die Ziele, die man mit dem Massive Dock erreichen möchte. Und die hat man durchaus auch erfolg­reich gemeistert. 

Das Massive Dock ist in erster Linie eines: Massiv, gegossen aus purem Beton. Sorgt natürlich nicht nur dafür, dass das Dock mit seinen 570 Gramm schwer genug ist, um diese Einhand-Nutzung zu ermög­lichen, sondern auch dazu, dass das Dock etwas tristlos daher­kommt. Grauer Beton – da fallen mir persönlich auf Anhieb sonst nur Platten­bauten ein, dennoch gefällt mir die Schlichtheit und Aufma­chung durchaus. Ist wohl eher so eine Männer­ge­schichte, meine bessere Hälfte konnte mit dem „Design“ nur wenig anfangen. Geschmack­sache. Damit das ganze noch einen etwas besseren Halt aufweisen kann, besitzt das Dock an der Unter­seite zwei Mikro-Saug-Flächen, die das Teil wirklich nahezu bombenfest auf den Tisch „saugen“ – man bekommt es zwar los, muss dabei aller­dings auch etwas mehr Kraft aufwenden. Oha. 

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Da das Dock selbst ohne Lightning-Kabel daher­kommt, müsst ihr euer vorhan­denes Kabel ins Dock einbauen. Ist aber mit der mitge­lie­ferten Anleitung eigentlich ganz easy, zumindest wenn man einmal den Unter­schied zwischen den beiden Inlays verstanden hat. Das eine hat einen dickeren, das andere einen dünneren Steg. Wollt ihr euer iPhone inklusive Case in das Dock stecken, so ist dieses dank des dünneren Steges möglich, solange dieses nicht zu dick aufträgt. Nutzt ihr euer Gerät ohne Hülle, solltet ihr das Inlay mit dem dickeren Steg nutzen, da nur so ein Halt bei der Bedienung gewähr­leistet ist. By the way: Das Massive Dock unter­stützt neben dem iPhone 5 und 5s auch das 5c (aber nur ohne Case), sowie auch das neue iPhone 6 (nicht das 6 Plus) – tolle Sache. Und noch ein Tipp: Setzt die Inlays nicht wie in der Anleitung beschrieben in das Dock hinein, sondern drückt das sich im Dock befind­liche Inlayteil heraus, baut dann alles ausserhalb des Docks zusammen und schiebt es in einem in den Beton-Klotz. Empfand ich als deutlich einfacher.

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Das einhändige Anstöpseln geht also genauso wie das einhändige Abnehmen des iPhones, auch die Bedienung, während das iPhone im Dock steckt, ist ohne Probleme möglich. Aller­dings gibt es hier ein paar kleinere Haken, die man aber inzwi­schen umgehen kann: So lässt sich der Homebutton zwar betätigen, wollt ihr euer Gerät mittels Touch ID entsperren, so könnt ihr den Finger aber nicht wie gewohnt auflegen, sodass der Versuch scheitert. Lösung: Einfach einen neuen Finger anlegen und diesen einrichten, solange sich das Gerät im Dock befindet. 

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Ein weiteres Problem ergibt sich durch die Konstruktion des Inlays: Dadurch das dieses durch­gängig ist und die Lautsprecher des iPhones an der Unter­seite angebracht sind, wird natürlich auch deren Ausgabe stark abgedämpft – je nach einge­stellter Lautstärke sogar teilweise so weit, dass man fast nichts mehr hören kann. Aber auch hierzu gibt es eine Lösung: Entweder, man schneidet die entspre­chenden Ausspa­rungen für die Lautsprecher selbst in das Inlay-Stück oder aber man kontak­tiert einmal kurz die Macher des Docks – diese nämlich haben das Problem inzwi­schen durch besagte Ausspa­rungen selbst gelöst und verschicken dieses „Ersatzteil“ kostenlos an alle Käufer des Docks. Teilweise gibt es das Massive Dock mit dem neuen Teil, häufig werden aber auch noch ältere Docks verschickt, hier hilft dann eben der Hersteller. Toll. 

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Fazit zum Massive Dock? Mir gefällt’s. Ein einfacher Beton­klotz klingt nun erst einmal nicht so spannend, hebt sich aber von der breiten Masse an Plastik-Docks deutlich ab und dürfte auf den Schreib­tisch trotz seiner Banalität ein absoluter Hingucker sein. Ist eben Geschmack­sache und darüber muss man wohl nicht disku­tieren. Die Vorteile des Docks liegen eben auf – oder besser in der Hand, denn kein anderes Dock ermög­licht ein einfa­cheres An- und Abstöpseln des iPhones – ich habe eben keinen Bock, das Gerät immer mit beiden Händen aus dem Dock zu entnehmen. Zwar hat das Massive Dock aufgrund seiner Bauweise auch zwei kleinere Haken, diese lassen sich aber mit ein wenig trick­reichen Ideen (Touch ID) und der Kulanz des Herstellers lösen, sodass eigentlich nur noch der Preis im Wege stehen könnte: Rund 60 Euro müsst ihr für das Dock ohne Kabel auf den Tisch legen. Nicht gerade günstig, dafür aber gibt es eine stilvolles, handge­gos­senes und sauber verar­beitete Docking-Station für euer iPhone. Ich jeden­falls bereue den Kauf keine Minute.