Kurztest: RAVPower-Powerbank mit 20.100 mAh, USB-C und 45 Watt

Marcel Am 20.01.2019 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:04 Minuten

Eine Powerbank ist eigentlich nichts mehr, was man heutzutage unter „erklärungsbedürftige“ Technik einordnen würde. Natürlich gibt es ein paar Unterschiede, zum Beispiel beim Ladestandard und der Kapazität, im Grunde sind aber eigentlich alle Modelle bekannterer Hersteller für den Hausgebrauch brauchbar – mein Favorit ist noch immer die Mi Pro Powerbank von Xiaomi, einfach aufgrund des Alu-Finish. Nun konnte ich mir eine weitere Powerbank anschauen, genauer gesagt die RAVPower RP-PB159. Hinter diesem sperrigen Namen versteckt sich keine simple Powerbank für Smartphones und Co. Die gebotenen 20.100 mAh findet man noch bei einer Reihe anderer externer Akkus, auch USB-C ist bei neueren Modellen hier und da vorhanden. Eine Besonderheit stellt allerdings die Ausgangsleistung von 45 Watt dar, dank welcher sich auch Notebooks mit Strom befeuern lassen und die die RAVPower-Powerbank interessant machen. Ob der Akku hält, was er verspricht?

20.100 mAh und Power Delivery mit 45 Watt – das verspricht keine allzu kompakte Powerbank. Und mit rund 16 x 7,9 x 2,3 Zentimetern und einem Gewicht von 400 Gramm gehört die RAVPower RP-PB159 keinesfalls zu den ultra-handlichen Akkus, die man mal flott in der Jackentasche mitnimmt. Dennoch ist sie im Verhältnis zur Leistung wieder kompakt. Auf den ersten Blick macht das mattschwarze Kunststoffgehäuse einen guten Eindruck, ein paar Schwächen sind aber vorhanden. So gibt die Powerbank bei stärkerem Druck minimal nach, die Übergänge zwischen den Gehäuseteilen sind nicht ganz plan und der seitliche Powerbutton sitzt einen halben Millimeter zu tief im Gehäuse. Dafür aber sind die Anschlüsse sauber verarbeitet und die matte Oberfläche ignoriert Fingerabdrücke. Bevor ich es vergesse: Dem Lieferumfang liegt eine kleine Transporttasche aus Samt, sowie ein USB-C-auf-USB-C- und ein USB-A-auf-microUSB-Kabel bei.

Drei Anschlüsse findet man am Kopfe der Powerbank vor: je einen für USB-C, microUSB und einen herkömmlichen USB-A-Port. Der USB-C-Anschluss dient hierbei als Ein- und Ausgang, sprich er kann sowohl zum Laden der Powerbank, als auch zum Laden anderer Geräte genutzt werden. Dank Power Delivery-Technik können Geräte mit bis zu 45 Watt geladen werden, zum Beispiel die aktuellen MacBook (Pro/Air), das iPad Pro oder andere Geräte mit USB-C-Anschluss. Beim Laden über USB-C nimmt die Powerbank bis zu 30 Watt an und benötigt so rund 3½ Stunden, bis sie wieder voll einsatzbereit ist. Der vorhandene microUSB-Anschluss dient nur dem Laden der Powerbank und versteht sich auf QuickCharge mit 18 Watt, was den Ladevorgang aber natürlich extrem entschleunigt und rund sechs Stunden (oder 9,5 Stunden bei nur 2,4A) vereinnahmt. Zu guter Letzt gibt es dann auch noch einen klassischen USB-A-Ausgang mit 5V/2,4A, für alle „älteren“ Geräte – sofern man nicht auch für diese ein passendes USB-C-Kabel besitzt.

20.100 mAh klingen erst einmal viel, das ganze relativiert sich aber ein wenig, denn die Angabe ist auf 3,6V bezogen. Rechnet man das ganze einmal auf die gängigen 5V um, so ergeben sich nur noch rund 14.500 mAh – ein „Trick“, den übrigens fast jeder Powerbank-Hersteller nutzt. Daher sollte man für Vergleiche immer die Wattstunden heranziehen, in diesem Falle wären dies 73,36 Wh. Unter Beachtung des Wandlerverlustes  (fällt mit 20-25% sehr hoch aus) lässt sich ein iPhone X rund vier Mal, ein iPad Air etwa 1,5 Mal aufladen. Notebooks sind nochmal eine andere Kategorie: Beim MacBook Pro (2017, 13 Zoll) reicht es nicht für eine ganze Ladung, der Akku kann hier aber bis zu 1½ Stunden zusätzlichen Strom liefern. Beim 2018er MacBook Air mit seinen 50,3 Wattstunden dürfte noch etwas mehr rauszuholen sein. Wunder darf man bei Notebooks allerdings nicht erwarten.

Fazit? Die Verarbeitung hat kleine Schwächen, ist aber ansonsten solide. Bei der Angabe zur Kapazität trickst RAVPower eigentlich alle anderen Hersteller, sodass die 20.100 mAh u.U. als Vergleich herangezogen werden können, aber nicht der wirklichen Kapazität entsprechen. Wer nur einen mobilen Akku fürs Smartphone oder Tablet sucht, der findet ohne viel Suchen kompaktere und günstigere Lösungen. Letztlich aber hängt alles an dem USB-C mit seinen 45 Watt-Output .Dennoch kann eine Powerbank (und damit auch die RP-PB159) nicht als Daueraggregat für größere Geräte dienen, sondern allenfalls etwas Notstrom für 1-2 Stunden zur Verfügung stellen, um den Weg zur nächsten Stromquelle zu überbrücken. Wer aber so etwas sucht, für den könnte die RAVPower RP-PB159 ein guter Kompromiss darstellen – zumindest dann, wenn der Straßenpreis auf gute 50 Euro gesunken ist (aktuell liegt dieser bei rund 60 Euro)

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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