Heutzutage gibt es eigentlich kaum einen Situation, in der wir kein Gerät verfügbar haben, was nicht irgendwie mit dem Internet verbunden ist: Smart­phone, Tablet, Notebook oder auch die Smart­watch. Ist man nun mal länger unterwegs und möchte die Zeit im Zug, im Hotel oder sonst wo produktiv nutzen, so kann man das Tablet oder Notebook natürlich mit dem Smart­phone als Hotspot nutzen. Proble­ma­tisch wird dies aber nicht nur in Bezug auf die Reich­weite des Smart­phone-Akkus, sondern auch in Abetracht der noch immer knapp bemes­senen Daten­vo­lumen. Hat man keinen hoch dotierten Vertrag mit mehreren Gigabyte kann das ganze vor allem beim Surfen mit dem Notebook schnell kostspielig werden, sofern man nicht gedrosselt unterwegs sein möchte. Für diesen Zwecke gibt es aber immer wieder inter­es­sante Angebote mit vergleichs­weise günstigen Daten­ta­rifen, deren SIM-Karten man dann wunderbar mit einem mobilen Hotspot nutzen kann. 

In der Vergan­genheit habe ich schon einmal den Huawei MiFi E5776 vorge­stellt, nun habe ich auch einmal die Gelegenheit bekommen den TP-Link M7350 auspro­bieren zu können. Ein paar warme Worte dazu findet ihr in den nun folgenden Zeilen. Beginnen möchte ich dabei erst einmal mit dem Liefer­umfang des mobilen WiFi-Hotspots. In der Verpa­ckung findet sich neben dem Gerät selbst auch ein MicroUSB-Ladekabel mit passendem Netzteil, der heraus­nehmbare Akku und zwei SIM-Karten-Adapter vor. Der Hotspot selbst benötigt eine SIM-Karte in „alter“ Größe, durch die beiden beilie­genden Adapter inklusive den Klebe­folien für die Rückseite der Adapter könnt ihr aber quasi jede SIM-Karten­größe nutzen, egal ob Mini- oder Nano-SIM. 

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Mit seinen Abmes­sungen von etwa 10,6 x 6,6 x 1,6 Zenti­metern (H x B x T) ist das Gerät kompakt gebaut. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Geräten hat man bezüglich des Gehäuses größten­teils auf eine matte Lackierung gesetzt, lediglich ein Teil der Front und die Mitte der Seiten­kanten sind glänzend. Ist zwar rein subjektiv, mir persönlich gefällt das aber recht gut und meiner Meinung nach hätte man auch komplett auf die matte Farbe setzen können. 

Denn die Front hat einen gravie­renden Nachteil: Ich habe den mobilen Router während meines Testlaufs jeden Tag mit getragen, dabei befand er sich völlig allein in der Innen­tasche meiner Jacke. Keine weiteren Gegen­stände, keine Münzen, nix. Trotz allem wies die Fläche bereits nach ein paar Tagen zahlreiche feinere Kratzer auf. Nun möchte man mit so einem Gerät natürlich keinen Schön­heits­wett­bewerb gewinnen, stört aber dennoch, denn ein wenig langle­biger hätte ich die Oberfläche schon einge­schätzt.

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Mittig der glänzenden Front befindet sich das 1,4 Zoll große, schwarz-weiße OLED-Display vor, welches euch im laufenden Betrieb mit den wichtigsten Infor­ma­tionen wie Bandbreite, Anzahl der verbun­denen Geräte, Verbin­dungs­status und ähnlichem versorgt. Darunter findet sich der Power­button zum Ein- und Ausschalten des Displays und des Gerätes selbst. An der Oberseite gibt es noch einen Menübutton, an der unteren Kante befindet sich der MicroUSB-Anschluss zum Laden des Gerätes. 

Zum Einlegen des Akkus muss die rückseitige Abdeckung entfernt werden, was dank entspre­chender Aussparung an einer Ecke recht einfach getan ist. Die Abdeckung wird letztlich nur über ein paar kleine Plastikfüße fixiert und gehalten, was mir persönlich das Gefühl gegeben hat, dass man die Abdeckung nicht zu häufig entfernen sollte. Ist nicht so, dass es nun nach dem ersten Mal bereits bricht oder ähnliches, aller­dings auch nicht so, dass ich es nun als extrem stabil bezeichnen würde. Unterhalb des Akkus befindet sich weiter­gehend noch die Slots für die Micro-SD-Speicher­karte (bis zu 32 GB) und die SIM-Karte, alles recht einfach instal­liert.

Trotz der beiden kleinen Kritik­punkte muss ich sagen, dass das Gerät fertig montiert dennoch einen sehr guten Eindruck hinter­lässt. Die Buttons sind sauber verar­beitet, die Ränder stehen nicht großartig über, das Material fühlt sich trotz Kunst­stoff nicht allzu billig an und es knarzt nichts. Ist nun kein dicker Mercedes, aber durchaus ein solider VW würde ich sagen.

Die Einrichtung des mobilen WiFi-Hotspots ist schnell gemacht. Akku einlegen, das Gerät starten und den Rechner mit dem WiFi-Netzwerk des Routers verbinden – das Passwort dazu befindet sich übrigens auf der Innen­seite der Abdeckung. Im eurem Webbrowser wechselt ihr nun auf die URL http://192.168.0.1 und loggt euch mit den Standard-Login-Daten (User: admin / Passwort: admin) ein. Der Wizard leitet euch durch die erste Einrichtung, die alles andere als ein Hexenwerk darstellt. Aller­dings gibt es hierbei eine kleine Fallstricke: Denn sollte die PIN eurer SIM-Karte länger als vier Zeichen sein, müsst ihr diese zuvor in ein anderen Handy legen und die PIN auf vier Zeichen kürzen. Jau, wirklich: Mehr als vier Zeichen konnte ich bei der PIN-Eingabe nicht eingeben.

Die Oberfläche ist wie man erkennen kann recht übersichtlich aufgebaut und lässt eigentlich keine Wünsche offen. So erhaltet ihr nicht nur eine kurze Übersicht auf die wichtigsten Daten wie verbundene Geräte, aktuelle Geschwin­digkeit und Traffic-Statis­tiken, sondern könnt zum Beispiel auch einge­gangene SMS lesen – kann man nutzen, muss man aber nun sicherlich nicht, bei einer Zweit­karte mit reinem Daten­tarif eher sinnfrei, aber gut.

Ansonsten gibt es eben auch zahlreiche Optionen und Einstel­lungen vorzu­nehmen. Von den wichtigsten Dingen wie Name, Verschlüs­selung und Passwort des erstellten WiFi-Netzwerkes, über DHCP- und Traffic-Settings (inklusive Beschränkung auf eine bestimmte Anzahl an MB/GB pro Tag), bis hin zu PIN-Änderung, Firmware-Update und Co. 

Zurück zum Gerät selbst. Über den oberen Menübutton könnt ihr ein weiteres Optionsmenü aufrufen, über das ihr einige wichtige Einstel­lungen vornehmen könnt. So könnt ihr zum Beispiel das WiFi-Band wechseln (2,4 oder 5 GHz), Daten-Roaming im Ausland ein- oder ausschalten und den Betriebs­modus (4G/LTE oder 3G) ändern könnt. Letzteres ist zum Beispiel sinnvoll, wenn ihr in Gegenden unterwegs seid, in denen das 4G-Netz nicht ausrei­chend ausgebaut ist und der mobile Router dementspre­chend immer zwischen dem 4G- und 3G-Netz hin- und her springen würde. Stellt ihr die Einstel­lungen in so einem Fall auf „3G only“, seid ihr zwar langsamer unterwegs, erhöht aber auch gleich­zeitig die Akkulaufzeit. 

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Kommen wir nun mal zum prakti­schen und täglichen Einsatz des Gerätes. Bis zu 15 Geräte können sich gleich­zeitig mit dem Router verbinden, die maximale Geschwin­digkeit liegt bei 150 Mbps im Download und 50 Mbps im Upload – kommt aber natürlich auf euren Tarif und Anbieter an, gerade bei günsti­geren Verträgen ist sowieso spätestens bei einem Download von 50 MBit/s Schluss. Die Netz-Verbindung ist mit meiner Vodafone-SIM stets mehr als in Ordnung, zumindest konnte ich keine Unter­schiede zur Nutzung im Tablet oder in diesem Router feststellen – hängt natürlich vor allem von eurem Aufent­haltsort ab. Auch die WiFi-Verbindung ist nicht nur stabil, sondern auch leistungs­stark, sodass ihr den Router nicht immer direkt neben eurem Smart­phone, Laptop oder Tablet platzieren müsst, sondern dieser auch mal ein paar Meter entfernt positio­niert sein kann. 

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Die Akku-Kapazität beträgt 2550 mAh und wird von TP-LINK mit runden 10 Stunden Laufzeit im 4G-Netz beziffert. Ist natürlich das Optimum, im prakti­schen Einsatz dürften diese nicht zu erreichen sein. Auch hier ist man natürlich wieder von zahlreichen Dingen abhängig: Qualität der Netzver­bindung, Anzahl der Geräte, Störfak­toren für’s WLAN und ähnliches. Ich hatte den mobilen Router regel­mäßig unterwegs mit, auch im Zug und kam dabei bei stetiger Verbindung und zahlreichen Dingen im Internet auf eine durch­schnitt­liche Nutzungszeit von 6 bis 7 Stunden. Bei quasi dauer­hafter Nutzung wohlge­merkt. Dabei recht praktisch: Stellt das Gerät 15 Minuten lang keine WLAN-Nutzung fest, schaltet es sich automa­tisch ab und spart noch ein wenig Akkuka­pa­zität. Alles in allem bin ich aber zufrieden, vergleichbare Geräte wie zum Beispiel der Huawei E5776 kam trotz weit aus größerem Akku auf die gleiche Laufzeit. 

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Zum Schluss nochmal ein paar Sätze zu einem weiteren Feature des TP-LINK M7350, welches ich bislang ausge­lassen habe. Denn wie man an Hand des Speicher­karten-Slots erkennen kann, lässt sich der mobile Hotspot auch als mobile Daten­ablage nutzen. So können andere Geräte, die mit dem Hotspot verbunden sind, per App auf die Speicher­karte zugreifen und Daten hoch- und herun­ter­laden. Das ganze erfolgt über eine SMB-Freigabe, entspre­chende Apps finden sich zur Genüge in den entspre­chenden Stores. Für iOS kann ich diesbe­züglich Documents von Readdle oder FileEx­plorer empfehlen, für Android kann man sicherlich ebenfalls FileEx­plorer oder File Commander erwähnen. Funktio­niert ebenfalls einwandfrei und ist sicherlich eine praktische Sache um unterwegs kurz den Speicher des Smart­phones für neue Fotos etwas zu leeren, aller­dings verbraucht das aktivierte Feature natürlich ebenso ein klein wenig Akkulaufzeit. 

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Fazit zum TP-LINK M7350? Jau, taugt. Wie Verar­beitung ist wie erwähnt absolut in Ordnung. Zwar könnte die hintere Abdeckung etwas mehr Vertrauen schenken, da man sie aber sicherlich nicht allzu häufig abnimmt, geht das schon in Ordnung. Skepti­scher bin ich aller­dings bei der glänzenden Front, welche eben schon nach einer Woche bei mir mit feinen Kratzern versehen ist – aber zum Glück ist nicht das gesamte Gerät in Klavierlack, dann dürfte das ganze noch etwas drama­ti­scher sein, wie man bei anderen Geräten sehen kann. ;) In Sachen Leistung gibt es ansonsten aber nicht viel auszu­setzen.

Das Web-Interface ist modern und übersichtlich aufgebaut, die Netz- und WiFi-Verbin­dungen sich bei mir durch­gehend stabil, die Geschwin­digkeit sehr gut. Im prakti­schen Einsatz (ohne SMB-Server) kam ich durch die Bank auf etwa 6 bis 7 Stunden dauer­hafter Nutzung mit einem Gerät, sodass das Smart­phone sicherlich eher den Geist aufgeben dürfte als der mobile Hotspot. Alles in allem gefällt mir der TP-LINK M7350 einen Ticken besser als der zuvor vorge­stellte Huawei-MiFi, was vor allem an der matten Lackierung liegt.

Mit einem Straßen­preis von derzeit rund 110 Euro macht man hier definitiv nichts falsch, sofern man einen mobilen Router mit LTE und bis zu 150 MBit/s sucht.