Kurztest: Satechi Aluminium Wireless Charger – eines der schönsten Qi-Ladegeräte auf dem Markt

Marcel Am 27.01.2018 veröffentlicht Lesezeit etwa 5:29 Minuten

Kabelloses Laden ist eigentlich schon ein alter Hut und auch hier im Blog habe ich in der weiter entfernten Vergangenheit bereits einige Qi-Ladegeräte vorgestellt. Wirklich durchgesetzt hat es sich aber nicht so recht, zumindest wenn man einmal auf die vielzitierte „breite Maße“ schaut. Dies führte dazu, dass der ein oder andere Hersteller bei neu auf den Markt geworfenen Geräten zwischenzeitlich wieder auf eine kabellose Lademöglichkeit verzichtete. Erst mit der Vorstellung des iPhone 8 (Plus) und des iPhone X im Herbst des vergangenen Jahres bekam das ganze Thema wieder etwas frischen Wind in die Segel gepustet – wie so oft wenn Apple mit einem eigentlich „alten“ Feature nachgezogen ist.

Zwar hat das kabellose Laden im Gegensatz zum klassischen Ladevorgang mit Stecker und Kabel den Nachteil, dass es naturgemäß etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt – dafür aber ist es deutlich komfortabler, da man das Gerät eben nur noch auf eine entsprechende Stelle legen muss. Nun gibt es wie gesagt schon seit Jahren passende Ladegeräte und es kommen regelmäßig neue Geräte hinzu. Oftmals sind diese aber nicht gerade schick anzuschauen und sind nicht mehr als eine schwarze (oder anders gefärbte) Plastikscheibe, je nach Modell auch nicht gerade unauffällig, sondern recht hoch und/oder breit. Nichts für den Apple-Schreibtisch, der sich ansonsten mit viel Aluminium schmückt.

Der chinesische Hersteller Satechi ist eigentlich immer recht weit vorne mit dabei, wenn es darum geht, das Portfolio an Apple-Gadgets und -Zubehör farblich passend zur Cupertino’schen Hardware auf den Markt zu bringen. Dies gilt beispielsweise für den bereits vorgestellten USB-C-Kartenleser, aber auch für den (Achtung, recht sperriger Name) Satechi Aluminium Wireless Charger, der passend zur Farbgestaltung der aktuellen MacBook-Modelle in Space Grey, Silver, Gold und Rosé Gold produziert wird. Ich habe mir einmal die spacegraue Version genauer anschauen können, welche mir für diese Review von SB Supply zur Verfügung gestellt wurde.

Der Name „Aluminium Charger“ täuscht auf den ersten Blick natürlich ein wenig, denn wie auch bei anderen Qi-Ladegeräten besteht auch die Oberfläche nur aus Kunststoff, anders lässt sich kabelloses Laden aktuell noch nicht in dieser Form ermöglichen. Der wohl größte Unterschied zu anderen Ladepads dürfte das restliche Gehäuse (etwa 10 Zentimeter Durchmesser) darstellen, denn das im Namen erwähnte Aluminium kommt letztlich doch noch zum Einsatz, und zwar am Rand und der Unterseite. Dieser ist in den MacBook-typischen Farben eingefärbt, wobei lediglich die Spacegraue-Variante mit einer schwarzen Oberfläche daherkommt, während sie bei übrigen Farboptionen in Weiß daherkommt. Zumindest das Spacegrau ist dem des MacBooks sehr ähnlich und unterscheidet sich lediglich in einer feinen Nuance.

Die Ränder (Höhe etwa 6 Millimeter) sind leicht angefräst, was optisch wie bereits beim iPhone 5 sehr schmuck ausschaut. Leider kommt die Ablagefläche in Hochglanz-Optik daher, was gerade beim schwarzem Modell Staub und Fingerabdrücke. Bei der weißen Oberfläche dürften sie zumindest etwas weniger sichtbar sein. Tipp: Ich würde die anfangs angebrachte Schutzfolie erst einmal drauf lassen: sieht man kaum, verhindert aber zu starke Schmutzspuren. An der Unterseite des Ladepads hat man vier Gummifüße untergebracht, wodurch ein sicherer Halt des Ladegerätes auf dem Schreibtisch sichergestellt wird. Rückseitig findet man einen MicroUSB-Stecker (Kabel ist beigelegt), an der Front leuchtet eine kleine blaue LED.

Mittig auf der Oberseite hat man ein kleines gummiertes Plus untergebracht, welches sicherstellen soll, dass das Smartphone auch auf dem Puck verbleibt. Glas auf Glas in Kombination mit etwaigen Vibrationen aufgrund von Benachrichtigungen vertragen sich naturgemäß nicht sehr gut, bei günstigen Geräten ohne irgendeinen Stopper rutscht das Smartphone so gerne mal von der Ladefläche. Ich war anfangs etwas skeptisch, aber selbst mehrmaliges Anrufen brachte das iPhone nicht davon ab, seinen Platz zu weit zu verlassen. Trotzdem wäre eine kleine Gummierung rund herum gerade mit Blick auf größere Geräte sicherlich kleine schlechte Idee gewesen.

Bei der Platzierung des Smartphones müsst ihr glücklicherweise nicht allzu penibel agieren, beim iPhone X reichte es bereits aus, den oberen Teil des Gerätes auf dem Ladepuck abzulegen. Kommt natürlich immer darauf an, wo die Qi-Ladespule in eurem Gerät verbaut ist – meistens ist dies aber ziemlich mittig der Fall, sodass man das Gerät einfach zentral auf die Ladefläche legen kann. Auch Hüllen sorgen für keine größeren Probleme, zumindest dann, wenn diese nicht aus Metall bestehen oder zu dick sind. Das für mein Empfinden schon recht dicke Apple Silikoncase funktionierte aber einwandfrei mit dem Satechi Charger.

Eine schöne Optik ist das eine, die Ladeperformance das andere. Wie man schon bei einem Blick auf die Oberseite erkennen kann unterstützt der Satechi Wireless Charger Fast Charge, kann also bis zu 9 Watt liefern. Hier bieten andere Qi-Ladegeräte bereits mehr, da die aktuellen iPhones aber nach dem Update auf iOS 11.2 maximal 7,5 Watt aufnehmen, geht das ganze in Ordnung. Voraussetzung für 9 Watt ist aber, dass ein passendes Netzteil verwendet wird, mindestens Quick Charge 2.0 sollte dieses bereits bieten. Im Apple-Universum wäre dies beispielsweise das dem iPad beigelegten USB-Netzteil mit 12 Watt oder natürlich die MacBook-Ladegeräte mit USB-C. Solltet ihr ein solches nicht zur Hand haben gibt es auf Amazon und Co. natürlich eine Vielzahl entsprechender Netzteile.

Ich habe es einmal durchgespielt: Mit dem dem iPhone X beiliegenden Netzteil schaffte es der Akku in 30 Minuten von 10 auf etwa 25%. Bei Verwendung eines stärkeren Netzteils mit 12 Watt sprang der Akku nach 30 Minuten von 10 auf etwa 35 Prozent. Kommt natürlich immer darauf an, wie sehr der Akku während des Ladens belastet wird (beispielsweise laufende Anwendungen im Hintergrund), bei einem ausreichend starken Netzteil kann man aber von ungefähr 25 Prozent in der ersten halben Stunde ausgehen. Klar: Kein Vergleich zum kabelgebundenen Laden, der Komfort ist aber höher – kein lästiges Gefummel. Ich vergesse gerne mal, dass Gerät während des Arbeitens anzuschließen. Außerdem: je langsamer der Akku geladen wird, umso schonender. Eine Druckbetankung á la Quick Charger ist zwar praktisch, aber nicht gerade akkuschonend.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aber dennoch: die vorderseitig untergebrachte LED. Diese leuchtet relativ hell, was auf dem Schreibtisch allerdings noch nicht störend ist. Wer aber das Ladegerät auf dem Nachttisch platzieren möchte, aber sehr sensibel auf jegliche Lichtquellen im Raum reagiert, der dürfte mit dem Satechi Wireless Charger wohl früh auf Kriegsfuß stehen. Darüber hinaus: Während des Ladens leuchtet sie blau, ist das Gerät voll geladen wechselt die Farbe auf Grün. Zumindest in der Theorie: Bei Android-Geräten soll es funktionieren, während die LED beim iPhone 8/8 Plus/X dauerhaft blau leuchtet.

Hat den Nachteil, dass das Ladegerät das Gerät weiterhin mit Strom versorgt, wobei das iPhone irgendwann keinen Bedarf mehr hat und die Aufnahme verhindert. Der Akku wird also nicht „überladen“, gleichzeitig verbleibt das iPhone aber auf 100 Prozent, wird also kontinuierlich nachgeladen. Nicht gerade wenig kabellose Ladegeräte schalten bei voller Ladung ab und versorgen das Gerät erst dann wieder mit Strom, wenn man das Smartphone hochnimmt und erneut ablegt. Auch nach einem nächtlichen Ladevorgang von mehreren Stunden werden wieder das Satechi-Ladegerät noch das Smartphone besonders warm – zumindest nicht mehr, als es auch beim Laden via Kabel geschieht.

Insgesamt überwiegen für mich die Vorteile Qi-Ladegerätes, allen voran natürlich die „Apple-taugliche“ Optik (lediglich eine matte Oberfläche wäre noch schöner gewesen). Im Gegensatz zu einem Kabel, welches man mittels Magnetclip bei Nichtgebrauch unter oder am Schreibtisch verstecken kann, sind Qi-Ladegeräte immer sichtbar auf dem Schreibtisch oder der Kommode. Und ich tue mich schwer damit, einen häßlich Plastikklotz dauerhaft im Blick zu haben. Auch die Performance beim Ladevorgang ist für iPhones absolut ausreichend, lediglich der zuletzt erwähnte kleine Negativpunkt könnte die Stimmung ein wenig trüben. Preislich werden für den Satechi Aluminium Wireless Charger rund 35 Euro aufgerufen – vielleicht einen Fünfer bis Zehner zu viel, aber alles noch im Rahmen.

Dieser Artikel wurde mir von SB Supply zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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