Synology DiskStation: Offsite-Backup auf USB-Daten­träger mit Hyper Backup

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Zuletzt habe ich ein paar Features des DiskStation Managers 6.0 vorge­stellt, die man eigentlich wunderbar für eine Daten­si­cherung nutzen kann: zum einen das Cloud Station Backup, um Ordner und Dateien vom Rechner auf das NAS zu sichern; zum anderen der neue Cloud Sync, um Ordner und Dateien vom NAS in die Cloud zu sichern, auf Wunsch auch verschlüsselt. Damit lässt sich schon einiges erreichen, ist aber eben deutlich simpler gehalten. Doch Synology bietet noch ein weiteres Paket, um eure Daten zu sichern: Hyper Backup. Eine deutlich umfang­rei­chere Sync-Lösung, die nicht nur auf Privat­nutzer abzielt, sondern vor allem auf den profes­sio­nellen Einsatz der DiskStation. 

So lassen sich über das Backup-Tool Daten zum Beispiel auf ein anderes NAS sichern, in eure Dropbox oder euer Google Drive, auf einen Amazon S3- oder Microsoft Azure-Server, auch der Einsatz von rsync ist möglich und vieles mehr. Was aber ebenso geht: Das Sichern von Daten vom NAS auf einen externen Daten­träger, quasi als eine Art Offsite-Backup. Natürlich kann man Daten auch einfach vom Rechner aufs NAS sichern. Was aber, wenn dieses abbrennt oder geklaut wird? Genau für diese Zwecke sollte man wichtige Daten eben nicht nur „lokal“ sichern, sondern auch eine zusätz­liche Sicherung in der Cloud oder auf einem externen Daten­träger sichern (und dann ab in den Tresor oder – ganz profes­sionell – ins Bankschließfach).

Dabei bietet das Hyper Backup nicht nur die Möglichkeit, eure Daten zu sichern, sondern auch das Wieder­her­stellen ist möglich – inklusive einer Versio­nierung der Daten und der Backups, je nach verfüg­barem Speicher­platz auf dem Daten­träger. Des Weiteren ist auch eine Verschlüs­selung möglich, ist ja heutzutage auch nicht ganz unwichtig geworden. Natürlich kann ich an dieser Stelle nicht sämtlichen Funkti­ons­umfang des Hyper Backup-Pakets zusam­men­fassen, statt­dessen möchte ich einmal kurz bebildern, wie ihr die ersten Schritte einer Daten­si­cherung auf einen externen Daten­träger machen könnt. 

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Dazu müssen wir zuerst aber unter Umständen zuerst einmal den externen Daten­träger einrichten. Also mittels USB-Kabel an die DiskStation stecken und die System­ein­stel­lungen in der Admin-Oberfläche im Browser aufrufen. Dort findet ihr einen Punkt namens „Externe Geräte„, in dem euer USB-Laufwerk nun auftauchen sollte. Dieses wählen wir nun einmal aus und klicken dann auf den Button „Forma­tieren“ – sicher ist sicher. 

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In dem darauf­fol­genden Dialog wählen wir am besten den Punkt „Gesamte Disk“ aus (forma­tiert eben das gesamte angeschlossene Laufwerk) und wählen das gewünschte Datei­system aus. Linux-Nutzer sollten EXT4 nutzen, Windows- und Mac-Nutzer hingegen FAT. Grund: Die DiskStation kommt zwar mit EXT4 zurecht, wollt ihr auf die auf dem Laufwerk gesicherten Daten auch vom Rechner aus zugreifen, muss das System das USB-Laufwerk natürlich lesen können. 

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Ist das Forma­tieren des USB-Daten­trägers abgeschlossen, müssen wir natürlich noch das Paket „Hyper Backup“ instal­lieren. Nur einmal kurz angerissen: Geht ins Paketz­entrum der Admin-Oberfläche eurer DiskStation und sucht hier nach dem gleich­na­migen Paket – über den Sidebar-Eintrag „Siche­rungen“ könnt ihr die angezeigten Pakete auch direkt ein wenig Filtern lassen. Über den Button „Instal­lieren“ könnt ihr – welch Überra­schung – genau das machen, kann je nach Perfor­mance-Leistung eures NAS ein paar Sekunden bis Minuten dauern. Danach findet ihr dann im Startmenü eine neue App vor – besagtes Hyper Backup. 

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Beim ersten Start öffnet sich auch direkt der Assistent zur Erstellung von Speicher­auf­gaben. Hier seht ihr nun eben eine Übersicht darüber, wohin das Hyper Backup die Daten sichern kann – in unserem Falle ist aber erst einmal nur der erste Punkt „Lokaler freige­ge­bener Ordner und externer Speicher“ von Interesse. Reicht ja für einen groben Überblick.

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Danach müsst ihr dann ein Ziel für die Daten­si­cherung auswählen. Erstellt ihr eine neue Aufgabe, belasst ihr die Vorauswahl bei „Daten­si­che­rungs­aufgabe erstellen“. Unter Ordner müsst ihr euer angeschlos­senes USB-Laufwerk auswählen, ebenso müsst ihr ein Verzeichnis angeben, in welches die Daten gesichert werden. Kleiner Zusatz­ge­danke: Ihr könnt eure NAS-Daten natürlich auch in einen anderen Ordner auf euer NAS sichern. Klingt im ersten Moment völlig ohne Sinn. Kann aber dennoch praktisch sein: denn anders als das Cloud Sync-Paket, welches die Datei­namen nicht mit verschlüsselt, legt Hyper Backup eine Art verschlüs­selten Container an. Gedanke: Mit dem Hyper Backup die NAS-Daten in einen Ordner sichern und diesen dann mittels Cloud Sync in die Cloud pusten. Ginge auch, soll hier aber eben nicht das Thema sein.

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Die nächsten zwei Schritte sind fast schon selbst­er­klärend: Ihr müsst eben die gewünschten Ordner von eurem NAS auswählen, die gesichert werden sollen. Des Weiteren könnt ihr aber auch instal­lierte Pakete (bezie­hungs­weise deren Daten und Einstel­lungen) sichern. 

Danach gibt es dann etliche Daten­si­che­rungs­ein­stel­lungen. Fangen wir mal unten an: der Siche­rungs­zeitplan. Ihr könnt euer Backup natürlich auch immer manuell durch­führen lassen, genauso könnt ihr es aber auch zu einer bestimmten Zeit automa­tisch erledigen lassen. Hierbei ist natürlich das Problem, dass das USB-Laufwerk nicht dauerhaft angeschlossen bleiben wird – anderen­falls wäre die Proble­matik des „totalen Verlusts“ nicht behoben. Dennoch könnt ihr euch einen Zeitplan einrichten. Möchtet ihr zum Beispiel euer USB-Backup einmal die Woche durch­führen, setzt die Ausfüh­rungszeit auf eine Uhrzeit in der Nacht zum Sonntag. So müsst ihr nur daran denken, Samstag­abends das USB-Laufwerk anzuschließen, morgens könnt ihr die Platte dann wieder sicher verstauen.

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Ebenfalls eine wichtige Funktion: Die Client-seitige Verschlüs­selung der Daten. Ist aber natürlich nur so sicher, wie es euer Passwort hergebt – seid also ruhig ein wenig „kreativ“. ;) Das Passwort solltet ihr euch zwecks späterer Entschlüs­selung der Daten natürlich behalten, alter­nativ dazu gibt es der DiskStation Manager aber auch ein Keyfile an die Hand. Lagert ihr diese Schlüs­sel­datei sicher genug, könnt ihr theore­tisch das Passwort vergessen. Die restlichen Einstel­lungen, zum Beispiel das Kompri­mieren der Daten oder automa­tische Auswerfen des USB-Laufwerks, würde ich persönlich aktivieren, müsst ihr aber natürlich nicht so handhaben.

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Danach kommen dann noch ein paar Einstel­lungs­mög­lich­keiten zur Versio­nierung der Backups. Erst einmal natürlich die maximale Anzahl an Siche­rungen. Standard­mäßig ist hier 256 einge­geben, kann man so stehen lassen. Grund: Ist der Speicher­platz voll, werden die ältesten Backups gelöscht. Eben das, was die Auswahl „Von den frühesten Versionen“ macht. Inter­essant ist aber auch das „Smart Recycle„, was wie auch die Time Machine von OS X auf das Großvater-Vater-Sohn-Siche­rungs­prinzip aufsetzt. 

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So gibt es stünd­liche Backups (Sohn), tägliche Backups (Vater) und wöchent­liche Backups (Großvater) – jeweils die frühsten Versionen jedes Backups werden behalten. Da wir aber unser USB-Laufwerk eben so wenig wie möglich angeschlossen haben wollen, macht das System hier natürlich weniger Sinn – wenn ihr aber zum Beispiel ein zweites NAS zur Daten­si­cherung verwendet oder eines der anderen Siche­rungs­op­tionen, ist das „Smart Recycle“ immer zu empfehlen. 

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Danach kann es dann auch schon losgehen – Hyper Backup erlaubt es euch auch direkt, das erste Backup direkt nach der Erstellung des Daten­si­che­rungs­plans durch­zu­führen, machen wir natürlich. Kann je nach Perfor­mance eures NAS, den zu sichernden Daten und der Geschwin­digkeit eures USB-Laufwerks ein paar Stunden dauern – also nicht verzweifeln, eine klassische Aufgabe für die Nacht.

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So, nun haben wir schonmal unser erstes Backup erstellt. Wie gesagt könnt ihr erneute Backups entweder manuell starten (dazu findet ihr den Button „Jetzt Daten­si­cherung durch­führen“ im Hyper Backup) oder aber eben per Zeitplan – ihr müsst dann eben nur euer Laufwerk recht­zeitig angeschlossen haben, anderen­falls wird der Backup-Vorgang natürlich abgebrochen und findet erst wieder zum nächsten geplanten Zeitpunkt statt. Ich habe ein tägliches Backup um 3 Uhr nachts aktiv, heißt also, ich kann meine USB-Festplatte zu einem belie­bigen Zeitpunkt am Abend anschließen und Nachts wird dann gesichert – was ich aber eben auch nur einmal im Monat oder so mache, siehe meiner Lösung ganz am Ende. 

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Aber natürlich sichert man seine Daten nicht nur aus Spaß an der Freud, sondern auch, weil man diese im Notfall wieder­her­stellen möchte. Dazu haben wir drei unter­schied­liche Wege zur Auswahl. Variante 1: Der Zugriff über den Daten­si­che­rungs-Explorer, den wir über einen Klick auf den Button mit dem Uhrzeit-Symbol öffnen können. Sieht hier dann eben wie ein klassi­scher Filebrowser aus – inklusive Verzeich­nisbaum und der Möglichkeit, zwischen den verschie­denen Backup-Versionen wechseln zu können. Hier könnt ihr ganze Ordner oder einzelne Dateien entweder in einen anderen Ordner auf dem NAS kopieren, die Dateien wieder­her­stellen (gegebe­nen­falls vorhandene Dateien werden dabei überschrieben) oder schlicht und einfach auf euren Rechner herun­ter­laden.

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Variante 2 ist schon etwas umfang­reicher, da es sich hierbei um eine komplette Wieder­her­stellung des Backups handelt. Die Option finden wir in der Haupt­an­sicht der Hyper Backup-App: in der linken Sidebar den gewünschten Plan auswählen und dann ebenfalls auf das unter der Sidebar befind­liche Uhr-Symbol klicken. Es öffnet sich daraufhin ein Assistent, der euch durch die einzelnen Schritte begleitet. Ihr könnt hierbei nicht nur sämtliche oder ausge­wählte Ordner und Dateien wieder­her­stellen (werden am Original-Ort wieder­her­ge­stellt, eventuell vorhandene Daten werden überschrieben), sondern auch weitere gesicherte System­ein­stel­lungen (Benutzer, Gruppen und Co.) und eben die gesicherten App-Pakete. 

Die letzte Variante wäre der Hyper Backup Explorer, einem kleinen Tool für Windows, Mac OS X und Linux. Wie oben angesprochen, kann es natürlich auch mal vorkommen, dass ihr die Daten von einem USB-Laufwerk zurück­si­chern müsst, aber euer NAS aus irgend­welchen Gründen nicht mehr zur Verfügung habt. In diesem Falle könnt ihr die Daten eben auch über euren Rechner wieder­her­stellen. Sieht dann nahezu identisch aus mit dem Daten­si­che­rungs-Explorer der DiskStation-Oberfläche. 

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Das also erst einmal als kleine Einführung in das Hyper Backup und die Daten­si­cherung auf einen externen Daten­träger. Wie erwähnt lässt das Paket natürlich noch viel mehr Spiele­reihen zu, ich tippe aber mal, für den Privat­nutzer ist die USB-Sicherung wohl noch am brauch­barsten. Mein aktueller Siche­rungsweg? Die Daten kommen via BitTorrent Sync auf das NAS, von dort aus erstelle ich dann eben ein verschlüs­seltes Hyper Backup. Dies geschieht für zwei Dinge: Einmal täglich mit sieben Versionen in einen Ordner auf dem NAS – diese Sicherung wandert dann via Cloud Sync ins OneDrive (dank Office 365 Home 1TB). Außerdem wird eben wie gesagt auch unregel­mä­ßiger auf ein USB-Laufwerk gesichert. Nur mal so als Gedan­kengang, jeder Jeck ist eben anders – Haupt­sache ihr habt überhaupt ein Backup.