Synoloy DiskStation: FTP-Server aufs NAS sichern

Marcel Am 03.10.2019 veröffentlicht Lesezeit etwa 4:43 Minuten

Synology bietet für seine hauseigenen DiskStations einen recht breiten Funktionsumfang, der sich durch die Installation von weiteren App-Paketen nochmals erweitern lässt – dazu habe ich in der Vergangenheit ja bereits die ein oder andere DiskStation-App vorgestellt. Vor allem Backup-Lösungen gibt es zur Genüge, immerhin dürfte ein NAS neben eine Auslagerungsstelle für nicht immer benötigte Dateien auch für Backups herhalten. Nun möchte vielleicht der ein oder andere nicht nur sein lokales System mit Windows oder macOS aufs NAS sichern, sondern auch den FTP-Server mit seiner Webseite. Ist auf den ersten Blick nicht direkt ersichtlich da man einen kleinen Umweg gehen muss – ist aber generell möglich. An dieser Stelle einmal eine kleine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie ihr einen FTP-Server auf eure DiskStation sichern könnt.

Zunächst einmal müsst ihr euch natürlich wie gewohnt im Browser auf eurer DiskStation einloggen und springt danach direkt erst einmal in den Dateimanager (aka File Station) des DiskStation Managers.

In diesem drücken wir nun auf den Button „Erstellen“ und wählen dann den Punkt „Neuen gemeinsamen Ordner erstellen“. Wer mag, der kann auch einen regulären Ordner erstellen, ich persönlich bevorzuge aber den gemeinsamen Ordner. Der Vorteil: Es wird ein „getrennter Bereich“ erstellt und man kann die Zugriffsrechte für Nutzer ganz simpel verwalten. Der Rest der Anleitung funktioniert letztlich aber über beide Wege.

Im dem sich darauf öffnenden Fenster geben wir unserem Ordner einen Namen – diesen könnt ihr so benennen, wie ihr lustig seid. Entweder „domain.de Sicherung“ oder „FTP-Sicherungen“ oder oder oder. Je nachdem, ob ihr nur einen FTP-Server sichern wollt oder mehrere Sicherungen in einen Ordner legen möchtet. Beschreibung könnt ihr euch ebenfalls nach belieben ausdenken. Des Weiteren bevorzuge ich die Aktivierung des Papierkorbs, damit versehentlich gelöschte Dateien nicht unüberwindbar verloren gehen, sondern sich wiederherstellen lassen. Wie ihr wollt. Auch die restlichen Optionen lassen sich nach euren Vorlieben aktivieren, sind aber nicht zwingend notwendig.

Im nächsten Schritt könnt ihr die Zugriffsrechte für die Nutzer bestimmen. Wichtig, wenn ihr den Ordner als Netzlaufwerk in macOS oder Windows einbinden wollt, ansonsten reicht es aus, dem Standard-Nutzer „admin“ (oder mit wem ihr unterwegs seid) Schreib- und Leserechte einzuräumen.

Und siehe da: schon wird unser (gemeinsamer) Ordner erstellt. Nun klicken wir einmal mit der rechten Maustaste auf den angelegten Ordner und wählen den Punkt „Eigenschaften“.

Hier sehen wir dann den genaueren Speicherpfad unseres Ordners. Entweder merken wir uns diesen nun oder kopieren ihn in die Zwischenablage – den Pfad benötigen wir gleich nämlich noch einmal.

Als nächstes öffnen wir die Systemsteuerung des DiskStation Managers und öffnen den standardmäßig vorinstallierten Aufgabenplaner, den ich auch an dieser Stelle schon einmal genauer vorgestellt habe.

Nun legen wir über „Erstellen → Geplante Aufgaben → Benutzerdefiniertes Script“ eine neue Aktion an.

Im Reiter „Allgemein“ können wir uns wieder nach belieben austoben. Unter „Vorgang“ sollte natürlich ein prägnanter Name stehen, damit wir auch später noch wissen, was die erstellte Aufgabe eigentlich so machen soll. Den Nutzer sollten wir auf „root“ belassen – kann natürlich geändert werden, kann aber auch für eher unkonfigurierte DiskStations zu Problemen mit Dateiberechtigungen und ähnlichem führen.

Auch unter „Zeitplan“ können wir Einstellungen so vornehmen, wie sie gewünscht werden. Sprich: Wann soll das erstellte Skript aufgerufen werden, wann soll also der FTP-Server gesichert werden. Wie ihr mögt.

Deutlich interessanter und auch wichtiger ist der Reiter „Aufgabeneinstellungen“, denn hier müssen wir nun unser kleines Script hinterlegen. Das Script besitzt zwei Zeilen für jeden FTP-Server. Tipp: Zwar lassen sich die Zeilen bei der Sicherung mehrerer FTP-Server untereinander kopieren, ich würde euch aber empfehlen, für jede Sicherung eine eigene Aufgabe zu erstellen.

An den zwei Zeilen müsst ihr natürlich ein paar Änderungen vornehmen, auch könnt ihr die zweite Zeile bei Bedarf weglassen. Ihr müsst BENUTZERNAME durch den Benutzernamen eures FTP-Servers ersetzen, PASSWORT natürlich durch das dazugehörige Passwort und SERVER stellt die IP-Adresse (oder Domain) eures FTP-Servers dar. Tipp: Da das Passwort im Klartext gespeichert werden muss und zu viele Sonderzeichen zu Problemen führen können, legt am besten einen neuen FTP-Nutzer an, der nur Leserechte erhält – dies grenzt die Schwachstelle etwas ein. Den Platzhalter ORDNER müssen wir durch den kompletten Pfad des zuvor erstellten Ordners sichern – inklusive „/volume1/“. Ihr könnt den Pfad aber natürlich auch noch erweitern, zum Beispiel um mehrere Server in einem Ordner zu sichern. Die selben Ersetzungen müsst ihr natürlich auch in der zweiten Zeile vornehmen.

wget -m ftp://BENUTZERNAME:PASSWORT@SERVER/* -P /volume1/ORDNER

tar -zcvf /volume1/ORDNER/backup-$(date +%Y-%m-%d-%H-%M-%S).tar.gz /volume1/ORDNER/SERVER/

Was bewirken die beiden Zeilen? Die erste Zeile ist die wichtigere von beiden, denn diese kopiert die Daten vom FTP-Server in den angegebenen Ordner. Sollte die Aktion zu einem späteren Zeitpunkt (wie für Backups üblich) erneut ausgeführt werden, so wird geprüft, welche Daten sich geändert haben und es werden nur jene Dateien erneut heruntergeladen und ersetzt, die sich eben seit dem letzten Backup geändert haben.

wget -m ftp://BENUTZERNAME:PASSWORT@SERVER/* -P /volume1/ORDNER

Die zweite Zeile hingegen packt sämtliche Dateien in ein Archiv, sodass ihr ein komplettes Sicherungsarchiv habt und so tageweise zurück wechseln könnt. Quasi etwas wie eine Time Machine. Kann man nutzen, muss man aber eben nicht und ist optional. Wenn ihr die FTP-Sicherung mehr als einmal am Tag ausführen lasst, würde ich die zweite Zeile in eine eigene Aufgabe verfrachten, anderenfalls habt ihr sonst duzende Archive. Und nicht vergessen: diese Archive müsst ihr von Zeit zu Zeit von Hand löschen, eine automatische Löschung ist nicht vorgesehen.

tar -zcvf /volume1/<strong>ORDNER</strong>/backup-$(date +%Y-%m-%d-%H-%M-%S).tar.gz /volume1/<strong>ORDNER</strong>/<strong>SERVER</strong>/

Zurück in der Übersicht der erstellten Aufgaben könnt ihr nun einmal einen Rechtsklick auf eure soeben erstellte Aufgabe durchführen und diese so flott das erste Mal ausführen lassen:

Und siehe da, nach kurzer Zeit sollten dann schon die ersten Dateien im File Manager auftauchen. Je nach Umfang der Daten auf dem FTP-Server kann dies natürlich ein paar Stunden (oder gar Tage) dauern, die erste Sicherung benötigt deutlich mehr Zeit, später müssen nur geänderte Dateien heruntergeladen werden.

Das einmal als kurze Anleitung, wie ihr eure FTP-Server auf die DiskStation sichern könnt. Wie erwähnt könnt ihr hier und da natürlich noch zusätzlich ein wenig anpassen, was vor allem dann notwendig ist, wenn ihr mehrere FTP-Server sichern wollt. Als grobe Einführung sollte es aber ausreichend sein, denn wie man sehen kann, ist dies wahrlich kein Hexenwerk, sondern eben nur etwas versteckt – und von den zwei kleinen Zeilen lasst ihr euch doch sicherlich nicht abschrecken.

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