Windows 10: Windows.old löschen und wieder für mehr Speicher­platz sorgen

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Wer das „Anniversary Update“ von Windows 10 auf seinem Rechner instal­liert hat, der wird vielleicht festge­stellt haben, dass sich der freie Speicher­platz nach dem Update je nach Festplat­ten­ka­pa­zität drastisch verringert hat. Dies liegt daran, dass Windows (nicht nur bei dem letzten Update, sondern generell) bei einem Update diverse Daten der bishe­rigen Windows-Instal­lation sichert – verpackt in den Ordner „windows.old„.

Im Falle eines Fehlers während des Update-Vorgangs natürlich praktisch, kann Windows so zur vorhe­rigen Version zurück­springen. Anderer­seits stopft diese Daten­si­cherung aber auch locker mal um die 15 GB oder mehr an Speicher­platz ein und Windows löscht diese leider nach dem erfolg­reichen Abschluss nicht automa­tisch. Im Falle von dicken Platten mit 1 TB Speicher sicherlich weniger ein Problem, wer aber nur ein kleineres Notebook mit 128 oder 256 GB SSD besitzt, der kann diese 15 GB vielleicht eher wahrnehmen. 

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Trotzdem könnt ihr euch diesen unnütz belegten Speicher­platz wieder „zurück­holen“ und das sogar ganz ohne zusätz­liche Anwen­dungen, sondern nur mit Bordmitteln. Das Zauberwort heißt „Daten­trä­ger­be­rei­nigung„, ein Tool, dass gefühlt seit Windows 95/98/ME dabei ist. Um dieses zu starten, öffnen wir zuerst einmal den Ausführen-Dialog (am schnellsten über den Shortcut WIN + R), geben dort cleanmgr ein und bestä­tigen das ganze. Klappt natürlich auch über die Eingabe „Daten­trä­ger­be­rei­nigung“ ins neue Startmenü von Windows 10, ich finde den Weg über WIN+R aber schneller. Viele Wege führen nach Rom… 

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Windows scannt nun kurz eure Festplatte und je nachdem, ob ihr eine oder mehrere Festplatten bezie­hungs­weise Parti­tionen nutzt, kann dies ein paar Sekunden dauern – auch kann es sein, dass Windows euch noch bittet die gewünschte Partition auszu­wählen, hier immer die System­fest­platte aka „C:“ auswählen. Ist der erste Scan dann abgeschlossen, könnt ihr einmal schauen, ob es hier in der Liste vielleicht schon etwas gibt, was sich lohnt zu löschen – ist aber erfah­rungs­gemäß eher langweilig und nur im Bereich von ein paar Megabyte angesiedelt. Haupt­au­genmerk liegt aller­dings auf den Button „Systemd­a­teien berei­nigen„.

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Auch nach einem Klick auf diesen Button scannt Windows einmal kurz die Festplatte und listet euch danach in einer ähnlichen Ansicht wieder mehrere Einträge auf. Hier zu finden: „Vorherige Windows-Instal­la­tionen„, „Temporäre Windows-Instal­la­ti­ons­da­teien“ und „Proto­koll­da­teien für Windows-Upgrades„, die wir natürlich als erstes mit einem Häkchen markieren. Die restlichen Daten? Kann man entfernen, muss man aber nicht – kommen meist irgendwann wieder, aber für eine temporäre Platz­schaffung eine schnelle Möglichkeit. Haben wir die gewünschten Dinge ausge­wählt, können wir das Entfernen mittels Klick auf „OK“ starten – unter Umständen fragt Windows nochmals, ob ihr euch wirklich sicher seid. 

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Der Lösch­vorgang kann je nach Größe der Dateien und Geschwin­digkeit eures Rechners ein paar Minuten dauern, also nicht verzagen, sollte es einmal nicht sofort weiter­gehen. Im Anschluss daran sollte der „windows.old„-Ordner verschwunden sein und ihr wieder über mehr verfüg­baren Speicher­platz verfügen. Kleine Bemer­kungen zum Schluss: Ist natürlich immer nur eine temporäre Sache, beim nächsten (größeren) Update liegen wieder Daten­si­che­rungen auf der Platte. Sollte euch der Speicher­platz wirklich spürbar fehlen, wäre vielleicht ein Wechsel auf eine größere Platte keine allzu schlechte Idee.

Bildquelle Shutter­stock via WinAero