Write! – Gelun­gener Zen-Texteditor mit Textile und Markdown nach Windows nun auch für den Mac

Am 09.03.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:21 Minuten

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Vor einigen Monaten habe ich mit Write! einmal einen sehr gelun­genen Zen-Texteditor für Windows vorge­stellt, der sich optisch sehr schick präsen­tiert und einige ordent­liche Features an Bord hat. Mac-Nutzer dürften zwar ganze Hände voll Alter­na­tiven haben, dennoch hat man vor wenigen Tagen auch einen Write!-Pendant für den Mac veröf­fent­licht. Hierbei ist man der „Windows-Vorlage“ relativ nahe geblieben, was leider vor allem negativ im Kopf bleibt. Denn statt Write! optisch an OS X anzupassen, scheint es so, als wäre es eine simple Portierung: So gibt es (neben dem Mac-Menü in der Menüleiste) eine Haupt­leiste und sogar die Buttons für die Fenster-Aktionen hat man direkt in der App belassen. 

Lässt man sich jedoch dazu hinreißen, über diese Tatsache hinweg­zu­blicken, so findet man auch in der Mac-Version alle Features und Annehm­lich­keiten, die bereits bei der Windows-Version punkten konnten: Dokumente werden in Tabs geöffnet und werden automa­tisch gespei­chert, es gibt eine Unter­stützung für Textile und Markdown, Forma­tie­rungen lassen sich schnell mittels Rechtsklick auf den markierten Text erreichen, Überschriften lassen sich wie Kapitel ein- und ausklappen, es gibt eine Recht­schreib­prüfung für zahlreiche Sprachen, eine Seiten­leiste zur Schnell­na­vi­gation, eine recht gut funktio­nie­rende Autover­voll­stän­digung, Sessions um alle Änderungen nachvoll­ziehen zu können und viele vorge­fer­tigte Text-Stile. 

Ebenfalls an Bord ist auch die kleine Statistik-Anzeige, die euch angibt, wie ihr eure Wortanzahl einordnen könnt: Bis 140 Zeichen seid ihr auf Twitter-Niveau, darüber gibt es dann Facebook-Posts bis hin zu einem Buch – die Anzeige lässt sich aber auch per Rechtsklick ändern, sodass ihr euch auch die Anzahl an Wörtern, Lesezeit oder ähnliches anzeigen lassen könnt. Wer den Editor noch ein wenig anpassen möchte, der sollte einmal einen Blick in die Einstel­lungen wagen. Hier gibt es eine ganze Reihe an Optionen, mit denen ihr die ein oder andere Einstellung bezüglich des Cursors, der Textbreite und so weiter vornehmen könnt. Ihr mögt es eher dunkler? Kein Problem – denn inzwi­schen haben beide Versionen auch ein dunkles Theme integriert. 

Funktionell hat sich also nicht so viel verändert, wohl aber das Preis­modell: war Write! zu Zeiten der Windows-Beta noch kostenlos, möchten die Entwickler nun satte 4,99 US-Dollar – aber nicht einmalig, sondern pro Monat. Zwar lässt sich Write! grund­sätzlich auch erst einmal kostenlos nutzen (für den Download ist dennoch eine Anmeldung notwendig, Spam-Mails funktio­nieren ), dann aber fehlen ein paar Features, darunter die native Cloud-Unter­stützung (Write! besitzt eine eigene Cloud zum synchro­ni­sieren von Texten), das dunkle Theme, die erwähnten Sessions und Text-Stile und CMD+Z (Widerruf) ist nur verfügbar, solange die App oder das Dokument nicht geschlossen wurde. 

Wieso man hier auf ein Abo-Modell setzt, kann ich nicht ganz nachvoll­ziehen – besser wäre es gewesen, man hätte auf eine Einmal­zahlung gesetzt und nur für den Cloud-Sync auf ein Abo gesetzt. Dennoch: auch die kostenlose Version bietet bereits etliche Features und Write! könnte auch mit dieser zu den besten Textedi­toren für den Mac gehören – wäre da nicht diese unsäg­liche Oberfläche, die sich auf dem Mac einfach falsch anfühlt. Sofern euch das aber nicht sonderlich stört, solltet ihr Write! aber unbedingt einmal einen Blick würdigen. 

Write! für OS X herun­ter­laden

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via LifeHacker