Digitaler Frühjahrsputz: Apps und Dienste ausmisten, löschen und doppelt absichern

Marcel Am 20.03.2017 veröffentlicht Lesezeit etwa 5:44 Minuten

Bildquelle: Shutterstock

Heute ist der astronomische Frühlingsanfang (genauer gesagt um 11:29 Uhr), für viele Leute auch der Startschuss für den vielzitierten Frühjahrsputz. Mal keine „runden Ecken“ putzen, sondern auch in den Schränken durchwischen, die Couch vorziehen, sich von ungenutzten und nicht mehr benötigten Altlasten befreien – ihr kennt das sicherlich. Aber auch in seinem digitalen Leben lässt sich sicherlich einiges an unbenutztem Kram ausmisten. Inzwischen erfordern ja duzende Dienste eine Anmeldung, vermehrt auch via Facebook, Google oder Twitter – was flott mal gemacht ist, nur um dann nach einiger Zeit zu merken, dass man den Dienst doch nicht wirklich nutzt. Und dann? Dann werden diese Dienste oftmals vergessen. Mal ein kleiner Wegweiser durch die wichtigsten Dienste und was ihr dort mal so alles überprüfen könnt (oder solltet).

Facebook

Facebook ist sicherlich für viele Nutzer eine gern genutzte Anlaufstelle, um ein paar freie Minuten herumzubekommen. Daher werden sicherlich die wenigsten ihren Account vollständig löschen wollen, falls doch, so ist dies über diesen Link möglich. Aber auch wenn man seinen Account behalten möchte, gibt es einiges auszumisten. Duzende Dienste lassen sich mit dem Account verknüpfen, zum Beispiel um Spielstände zu synchronisieren, auf Facebook-Kontakte zuzugreifen, neue Status-Updates abzusetzen und dergleichen. All diese Apps und Dienste, die irgendwie mit eurem Account verknüpft sind und auf diesen zugreifen können, findet ihr in den App-Einstellungen. Einfach mal durchschauen und Apps die ihr nicht kennen oder nicht mehr benötigen solltet entfernen.

Google und Google+

Google ist schon lange nicht mehr nur Suchmaschine und Werbegröße, sondern auch auf den meisten Smartphones zu finden. Wie auch im Falle von Facebook nutzen auch zahlreiche Dienste die Verknüpfung mit eurem Google-Account, um euch flott mit einem eigenen Account zu versorgen oder Daten abzugleichen. Eine komplette Übersicht über alle verbundenen Apps und Dienste findet ihr hinter diesem Link, auch hier solltet ihr unbekanntes und ungenutztes entfernen.

Außerdem solltet ihr auch mal in die Liste der verknüpften Geräte schauen und euch im Zweifel ebenfalls von nicht mehr vorhandenen Geräten abmelden und diese entfernen (falls nicht eh schon geschehen). Ihr nutzt die Zwei-Faktor-Authentifizierung? Dann überprüft mal eure App-Passwörter und löscht nicht mehr benötigte. Wer noch ein paar Minuten mehr investieren möchte, der sollte auch mal den Sicherheitscheck durchlaufen – und wer sich wider erwarten von seinem Google-Account verabschieden möchte, kann dies an dieser Stelle tun.

Twitter

Ein weiteres großes und rege genutztes Netzwerk, welches ebenfalls die Möglichkeit bietet, den Account in anderen Apps und Diensten zu nutzen – zum Beispiel um aus App XY flott einen Tweet absetzen zu können. Mit der Zeit sammeln sich so auch hier zahlreiche Verknüpfungen an, die man unter Umständen gar nicht mehr so im Hinterkopf hat und die man aus Sicherheitsgründen entfernen sollte – klappt in der Übersicht der Twitter-Apps. Ihr wollt euren Twitter-Account löschen? Dann geht es hier entlang (zuvor natürlich einloggen).

Dropbox

Dropbox dürfte wohl der meist genutzte Onlinespeicher sein. Zwar sind viele andere Cloud-Anbieter (allen voran Amazon und Google) um einiges günstiger, Dropbox kann aber vor allem mit einer breiten Integration des Cloud-Speichers in andere n Apps und Diensten punkten. Demzufolge kommen so einige Account-Verknüpfungen zusammen, gleiches gilt auch für Geräte, auf denen man sich einmal (in der App oder via Webbrowser) eingeloggt hat. Beide Übersichten findet ihr in den Sicherheitseinstellungen eures Dropbox-Accounts, hier ist sicherlich viel zu tun. Ihr benötigt den zusätzlichen Cloud-Speicher gar nimmer? Dann einfach löschen.

Microsoft

Microsoft ist inzwischen mehr als nur Entwickler von Windows und Office, das Unternehmen aus Redmond präsentiert und positioniert sich immer mehr als Dienstanbieter. Neben der Absicherung der Windows-Installation und dem Einkauf im Windows Store lässt sich mithilfe des Microsoft-Kontos aber auch flott in andere Diensten einloggen und dank OneDrive und Office-Schnittstelle gibt es auch hier einige externe Dienste/Apps, die sich wünschen, mit eurem Microsoft-Account verknüpft zu werden. Eine Übersicht findet ihr an dieser Stelle – wer sein Konto schließen möchte, für den geht es hier entlang.

Instagram

Das Foto-Netzwerk aus dem Hause Facebook lässt sich mit zahlreichen Apps verknüpfen – ist natürlich eine praktische Sache, wenn man flott mal ein Foto posten oder verschicken möchte, ohne die App wechseln zu müssen. Nachteil? Eine sicherlich lange Liste mit verknüpften Apps und Diensten – nicht mehr benötigte ausmisten, wer weiß, was diese irgendwann mal so treiben. Ihr seid inzwischen aus dem Instagram-Alter herausgewachsen (falls es sowas überhaupt gibt)? Dann könnt ihr euren Account natürlich auch löschen lassen.

Spotify

Der Streaming-Dienst Spotify bietet bereits von Haus aus eine ganze Menge an Features, mit denen sich Musik abspielen, entdecken und teilen lassen – dennoch steigt die Zahl an externen Diensten und Third-Party-Apps rege an. Hier mal Zugriff auf eure Playlists, dort mal ein externes Erkunden, da kommt einiges zusammen. Sämtliche Apps, die mit eurem Spotify-Account interagieren können, findet ihr auf dieser Übersichtsseite. Auch ein Blick in die Liste mit den Geräten zur Offline-Nutzung kann nicht schaden, alte Geräte sollten mal entfernt werden. Keine Lust mehr auf Spotify? Etwas umständlich, aber geht.

…und noch viel mehr.

Ich glaube, dass waren erst einmal die Dienste, bei denen es am meisten auszumisten gibt. Aber natürlich gibt es eine schier unüberschaubare Flut an Diensten, kann man sicherlich gar nicht alle aufzählen. Foursquare, LinkedIn, Xing, Flickr, IFTTT – nur um nochmal eine mehr als Hand voll Namen in den Raum zu werfen. Sicherlich aufgrund einer geringeren Integration in Third-Party-Apps und -Services weniger miteinander verknüpft, dennoch solltet ihr auch hier mal schauen, welche Apps und Dienste ihr mit eurem jeweiligen Account zu verbunden habt. In der Regel findet ihr die Übersichten immer in den (Sicherheits-)Einstellungen eures Accounts.

Und wollt ihr den ein oder anderen Dienst gänzlich löschen, hilft euch die Seite JustDelete.me weiter. Die Seite listet viele viele Web-Dienste auf und bietet einen (farblichen) Indikator, wie schwer sich der jeweilige Account löschen lässt. Sofern möglich, führt ein Klick auf einen der Dienste direkt zur jeweiligen Seite zur Accountlöschung – falls sich dies etwas umständlicher gestalten sollte, gibt es eine kurze Hilfestellung mit kleiner Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Fleißaufgabe: Two-factor Authentication nutzen

Zu guter Letzt gibt es dann auch noch ein paar zusätzliche Fleißsternchen, die ihr euch in euer virtuelles Hausaufgaben-Heftchen kleben könnt: dem aktivieren der Zwei-Faktor-Authentifikation. Ist das optionale Sicherheitsfeature einmal aktiviert, benötigt ihr zum Login neben eurer Benutzerkennung und dem regulären Passwort zusätzlich auch noch ein zeitlich begrenztes Einmalpasswort. Dieses ist zumeist sechsstellig, lässt sich (mit wenigen Ausnahmen) mithilfe einer Codegenerator-App generieren und ist nur für kurze Zeit, zumeist einer Minute, gültig. Der Vorteil: selbst wenn Dritte euer Passwort herausfinden sollten, können sie mit dem Account selbst nicht viel anfangen, da eben ohne Code kein Login möglich ist.

In meinen Augen ein absolutes „Must have“, vor allem für „sensible“ Account wie Google, Facebook, Amazon und dergleichen – es bieten aber inzwischen zahlreiche Dienste diese Two-factor Authentication an. Die Eingabe eines zusätzlichen Codes nimmt zwar zwei, drei Sekunden mehr in Anspruch, dafür aber erhöht sich die Sicherheit um ein Vielfaches und sollte daher überall aktiviert werden, wo es eben möglich ist. Habe ich vor einiger Zeit an dieser Stelle schon einmal zusammengefasst, die Liste ist inzwischen aber deutlich angestiegen, sodass ich an dieser Stelle einmal auf die Webseite Two Factor Auth List verweisen möchte. Hier gibt es eine Übersicht über Dienste, die das Sicherheitsfeature anbieten und welche Authentifikationsmethoden angeboten werden.

Wie erwähnt ist dazu eben oftmals auch eine Codegenerator-App notwendig, von diesen gibt es inzwischen duzende. Neben dem altbekannten Google Authenticator (für iOS und für Android) sind auch Cross-Plattform-Apps wie Authenticator Plus (mein Favorit, dank Sync) und Microsoft Authenticator einen Blick wert – Android-Nutzer bekommen mit dem noch recht frischen Thenticate aus Deutschland eine sehr schmuck ausschauende Alternative. Aber auch für Desktop-Systeme gibt es Lösungen (sofern gewünscht und notwendig): WinAuth für Windows und Lockdown für den Mac. 1Password und Enpass? Jau, OTP können beide Passwort-Manager sichern, würde aber das ganze Prinzip ad absurdum führen (Password und OTP an gleicher Stelle = keinen Vorteil).

Bildquellen Shutterstock, Shutterstock & Shutterstock

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