Adobe Scan: Neue Scan-App mit OCR für iOS und Android ist keine Empfehlung

Marcel Am 01.06.2017 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:31 Minuten

Das Softwareunternehmen Adobe, allen voran bekannt durch die Bildbearbeitung Photoshop hat mit Adobe Scan eine neue, kostenlose Scan-App für iOS und Android veröffentlicht. Einen kleinen Haken gibt’s aber…

Scanner-Apps gibt es inzwischen so einige, auch wenn bei weitem nicht alle gleich gut arbeiten und vor allem nicht selten eine Texterkennung (OCR) vermissen lassen. Für mich ein K.O.-Kriterium, immerhin möchte ich meine digitalisierten Dokumente auf dem Rechner auch direkt durchsuchen können, sonst ist das ganze ja ein wenig witzlos. Meine Favoriten habe ich schon häufiger mal erwähnt: Auf dem iPhone zanken sich Scanbot und Scanner Pro um meine Gunst, während ich unter Android ebenfalls bevorzugt Scanbot nutze, auch wenn TinyScanner Pro ebenfalls eine Alternative wäre – anderen wiederum reicht die in Dropbox integrierte rudimentäre Scan-Funktion. Nun gibt es aber sowohl für iOS-, als auch für Android-Nutzer eine neue Alternative an die Hand: Adobe Scan.

Adobe Scan: Dokumente als PDF scannen
Adobe Scan: Dokumente als PDF scannen
Entwickler: Adobe
Preis: Kostenlos
Adobe Scan
Adobe Scan
Entwickler: Adobe
Preis: Kostenlos+

Adobe konnte sich vor allem durch Photoshop (oder dem nervigen Flash) einen Namen machen, nun versucht man sich auch an der einfachen Digitalisierung eurer Papier-Unterlagen. Wobei: Soweit hergeholt ist das ganze gar nicht, immerhin hat Adobe Anno 1993 das heutige Standard-Dateiformat in Sachen digitaler Dokumente veröffentlicht, die gute alte PDF-Datei. Im Grunde macht Adobe Scan auch nicht viel anders als die genannten Alternativen: Das Smartphone kurz über das Dokument halten, sobald dieses erkannt wurde, wird es „gescannt“. Auf Wunsch lassen sich so auch mehrseitige Dokumente scannen. Im Anschluss daran könnt ihr noch den Rahmen korrigieren oder einen Filter auf das Scangut anwenden, um zum Beispiel wirklich eine Schwarz-Weiß-Kopie zu erhalten.

Der Scanvorgang selbst funktioniert reibungslos und flott, auch die Randerkennung arbeitet zufriedenstellend – lediglich die Ergebnisse der Filter finde ich nicht so pralle. Die Dokumente werden im Anschluss daran durch eine Texterkennung (im englischen auch Optical Character Recognition, kurz OCR) gejagt, die wiederum sehr gute Ergebnisse liefert und in mehreren Sprachen zur Verfügung steht. Zu guter Letzt können die so erstellten PDF-Dokumente wie gewohnt mit anderen Apps geteilt oder für andere Nutzer freigegeben werden. Soweit, so gut, so kostenlos – damit wäre die App eigentlich schon ein kleiner Geheimtipp für alle, die sich für Kaufapps zu geizig sind.

Aber Adobe hat seiner Scan-App auch zwei oder drei großen Haken mit auf den Weg gegeben, die man zumindest einmal erwähnen sollte: Zunächst einmal wird für die Nutzung zwingend ein Adobe-Benutzeraccount vorausgesetzt, ohne gelangt man nicht einmal auf die normale App-Oberfläche. Ist zwar für Adobe-Apps inzwischen typisch, wird aber sicherlich nicht jedem gefallen. Außerdem sollte man bedenken, dass die Texterkennung nicht lokal auf dem Gerät stattfindet. Stattdessen werden die eingescannten Dokumente zunächst in die Adobe Document Cloud hochgeladen, wo die eigentliche Arbeit verrichtet wird – glücklicherweise lässt sich der Auto-Upload aber wenigstens auf das WiFi-Netzwerk begrenzen.

Der dritte Punkt: Zwar ist die App kostenlos nutzbar, Adobe bietet innerhalb der App aber einen In-App-Kauf in Höhe von 11,49 Euro pro Monat an. Diese bietet ein paar zusätzliche Optionen für „Pro-Nutzer“, soll heißen: Ohne dieses PDF Pack lassen sich lediglich Dokumente mit maximal 25 Seiten scannen, auch der Export in ein Word-, Excel- oder PowerPoint-Dokument ist nur mit dem monatlichen Abo möglich. Die 25 Seiten dürften für die meisten Nutzer locker ausreichen, während die Export-Funktionen wohl nur selten benötigt werden. In so fern dürfte die kostenlose Version die meisten Nutzer zufrieden stellen, dennoch gibt es in meinen Augen lohnenswertere Angebote – nicht nur aufgrund des Account- und Cloud-Zwangs, sondern auch funktionell.

via Caschys Blog

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