Clean­MyMac 3: MacPaw veröf­fent­licht neue Version seines Mac-Cleaners

Am 08.04.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 4:54 Minuten

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Die Jungs und Mädels von MacPaw haben ihr beliebtes Cleaning-Tool Clean­MyMac in general­über­holter Version 3 veröf­fent­licht, welches nun auch z.B. Datenmüll von iTunes entfernen kann.

Clean­MyMac dürfte dem ein oder anderen sicherlich ein Begriff sein. Mit dem Tool lässt sich unnötiger Ballast loswerden, seien es übrig gebliebene Dateien von Apps, diverse gecachte Dateien und ähnlichem. Ist unter OS X nicht so notwendig wie noch zu Zeiten von XP und Vista unter Windows, dennoch schadet ein gezieltes Entrümpeln eures Macs nicht – und anders als die weiträumige Meinung hinter­lassen gelöschte Anwen­dungen eben doch etlichen Ballast auf dem System, der nach einiger Zeit zu einem ordent­lichen Haufen anwachsen kann. Nun eben hat das Team von MacPaw seinen Cleaner für OS X in Version 3.0 veröf­fent­licht, den ich mir kurz einmal anschauen konnte. 

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Wie von den vorhe­rigen Versionen gewohnt bietet Clean­MyMac 3 einen schnellen Scan aller verschie­denen Bereiche an und listet den zu entfer­nenden Ballast daraufhin übersichtlich auf. Dabei werden sämtliche Bereiche säuberlich vonein­ander getrennt und können – und sollten wohlge­merkt – vor dem Löschen erst einmal geprüft werden, was ebenfalls recht übersichtlich aufgebaut ist. Folgende Dateien kann Clean­MyMac 3 nun löschen: 

System­reste: Löscht unnötige Elemente von eurem System, darunter Dateien wie veraltete Cache-Dateien, alte Proto­kolle, überflüs­siger Programmcode, nicht verwendete Sprachen oder auch defekte Programm­daten. Hier dürfte sich nicht nur der meiste Speicher­platz tummeln, sondern dieser Bereich dürfte auch am wenigsten zu einer Funktion des Systems oder Daten­verlust von wichtigen Daten führen. 

iPhoto-Datenmüll: Räumt eure iPhoto-Bibliothek auf, indem zum Beispiel nicht mehr benötigte Service-Kopien eurer bearbei­teten Bilder gelöscht werden, dazu gehören zum Beispiel die versteckten Originale von bearbei­teten. Clean­MyMac löscht hier nichts automa­tisch, sondern ermög­licht euch immer den Vergleich von Original und Bearbeitung. Wird sich mit der neuen Photos.app sicherlich erledigt haben.

Mail-Anhänge (neu in Version 3): Entfernt lokale Kopien von E-Mail-Anhängen und Downloads inklusive lokal gesicherter Anhänge und wieder­her­stell­baren Mail-Downloads. Sollte einmal etwas wichtiges verloren gehen habt ihr diese Dateien natürlich notfalls noch in eurem Mail-Account und könnt diese so wieder­her­stellen.

iTunes-Datenmüll (neu in Version 3): Entfernt unnötige iTunes-Daten von iOS-Geräten­syn­chro­ni­sie­rungen. Dazu gehören zum Beispiel alte Backups von iOS-Geräten, alte iOS-Software­u­p­dates, Kopien von iOS-Apps auf eurem Mac oder auch unvoll­ständige, aber nicht gelöschte iTunes-Downloads. Eigentlich recht unpro­ble­ma­tisch, aller­dings solltet ihr immer prüfen, dass auch nicht das letzte iOS-Backup entfernt wird – was in meinem Test aber nie der Fall war. 

Papierkorb: Eigentlich selbst­redend, oder? Der Papierkorb lässt sich dabei entweder schnell oder „sicher“ leeren – geht natürlich auch von Haus aus, ist aber hier eben integriert.

Große & alte Dateien: Clean­MyMac scannt auch eure gespei­cherten Dateien und ermög­licht ein schnelles Löschen dieser. Da es sich dabei um eure persön­lichen Dateien handelt, werden hier grund­sätzlich keinerlei Dateien und Ordner ausge­wählt, dies müsst ihr eben von Hand machen. Vielleicht ganz nett, wenn man größere und ältere Dateien, die man seit Monaten nicht mehr angepackt hat, entrümpeln möchte. 

Neben diesen Aufräum-Aktionen bietet Clean­MyMac 3 aber wie gewohnt auch noch weitere Dienste an. Auch dazu einmal eine kurze Übersicht: 

Deinstal­lation: Wie erwähnt hinter­lassen nahezu sämtliche Apps auf eurem Mac auch nach dem Löschen noch diverse Datei­leichen, bevorzugt im Library-Ordner eures Macs. Mit Hilfe dieser Deinstallier-Methode werden sämtliche App-Daten wie Caches, Einstel­lungen und andere Dateien, die sich außerhalb des Programme-Ordners befinden gelöscht. Außerdem lassen sich Programme quasi zurück­setzen.

Wartung (neu in Version 3): Dieser Punkt ermög­licht die Ausführung diverser Wartungs­skripte, mit denen man die System­leistung, Festplat­ten­leistung und Suchge­schwin­digkeit verbessern möchte. 

Daten­schutz (neu in Version 3): Entfernt Spuren eurer Online- und Offline-Aktivi­täten. Darunter fallen zum Beispiel Browser-Spuren (Safari, Firefox, Chrome und Opera werden unter­stützt) wie Verläufe, Formu­lar­daten, Cache-Dateien, gesicherte Kennwörter, zuletzt geöffnete Tabs und natürlich Cookies. Aber auch das Löschen von Chatver­läufen von Skype und der Nachrichten.app von OS X ist möglich. 

Erwei­te­rungen: Entfernt und deakti­viert Widgets, Plugins von Programmen und System­ein­stel­lungen, Wörter­bücher, Bildschirm­schoner und andere Anmel­de­ob­jekte. Solltet ihr diese Funktion nutzen wollen ein Tipp: Erst deakti­vieren, einige Zeit schauen ob irgendwas beein­trächtigt wird und dann erst löschen.

Vernichter: Löscht manuell ausge­wählte Dateien und Ordner schnell und sicher, sodass diese „nicht“ wider­her­stellbar sind. Funktio­niert auch mit Dateien, die der Finder nicht freigeben möchte – wobei man im Hinterkopf behalten sollte, dass der Finder das Löschen in den meisten Fällen nicht ohne Grund verhindert.

Ebenfalls neu in Version 3 hinzu­ge­kommen ist das Dashboard, über das ihr einen schnellen Blick auf diverse Dinge eures Macs erhalten könnt. So bekommt ihr zum Beispiel die Speicher­platz-Belegung eures Macs visuell aufbe­reitet angezeigt, seht eine etwas detail­liertere Auflistung des Speicher-Verbrauches, die aktuelle Auslastung des Prozessors und im Falle von MacBooks wird hier auch euer Akku bezie­hungs­weise dessen Laufzeit angezeigt: 

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Und als letztes Feature von Clean­MyMac gibt es dann auch noch das ebenfalls neue Menü über das Menübar-Icon von Clean­MyMac. Per Klick erhaltet ihr einen Blick auf eine kleinere Variante des erwähnten Dashboards und könnt zum Beispiel dem RAM direkt freigeben und dergleichen. Viel inter­es­santer sind hingegen die verschie­denen System­mel­dungen und System­war­nungen. So erhaltet ihr zum Beispiel beim Löschen einer App eine Benach­rich­tigung und könnt direkt per Klick die restlichen Dateien löschen lassen (ähnlich wie bei dem von mir genutzten AppCleaner). Ebenfalls gibt es aber auch Meldungen, wenn der freie Speicher­platz oder RAM unter ein bestimmtes Minimum fällt, der Papierkorb eine Grenze überschreitet und dergleichen. Recht nette Sache, für mich die beste Neuerung.

Wie bereits erwähnt: Tools wie eben dieses stoßen unter Mac-Nutzern nicht immer auf Ge­gen­liebe – auch wenn ich ge­rade zu­geben muss, dass doch et­liche Datei­lei­chen ge­funden worden und sicherlich die ein oder andere Funktion sinnvoll ist. Clean­MyMac 3 ist dabei eine gelungene Neuauflage des Vorgängers, die nicht nur in einer endlich schicken Yosemite-Optik daher­kommt, sondern auch funktionell einige inter­es­sante Neuerungen spendiert bekommen hat – vor allem die besagten System­mel­dungen oder die automa­ti­schen Scans. Gibt man hier und da ein wenig acht, so erfüllt Clean­MyMac durchaus seinen Zweck und gerade auf den MacBooks mit kleinerer internen Festplatte kann sicherlich einiges erreicht werden. 

Ob man es nutzen möchte? Muss jeder für sich selbst entscheiden, ich werde Clean­MyMac 3 jeden­falls einmal eine Chance geben, auch wenn ich mit AppCleaner und einem unregel­mä­ßigen Durchlauf von Cache Out X bislang immer zufrieden war. Preislich schlägt Clean­MyMac 3 regulär mit nicht ganz so günstigen 39,95 Euro zu Buche, zur Einführung gibt es das ganze aber um 50% reduziert für 19,97 Euro zu haben. Wer bereits Nutzer von Clean­MyMac 2 war, der wird ebenfalls erneut zur Kasse gebeten, zahlt aller­dings dauerhaft nur die Hälfte des regulären Preises. Und wer Clean­MyMac 3 vor dem Kauf auspro­bieren möchte: Es gibt auch eine Testversion.

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Quelle MacPaw