Die Leistung heutiger Smart­phones geht mit jeder neuen Geräte-Generation steil nach oben – die Akkulaufzeit hingegen torkelt immer recht benommen vor sich hin. Zwar werden auch hier immer wieder Steige­rungen vollzogen, diese fallen im Vergleich zum Leistungs­zu­wachs der restlichen Kompo­nenten relativ flach aus. Ist nicht nur bei Android-Smart­phones der Fall, sondern auch beim iPhone. Ich persönlich bin zwar mit der Akkulaufzeit zufrieden, komme aller­dings nur dann mit einer Akkuladung über die Runden, sofern ich nicht noch direkt nach der Uni oder der Arbeit unterwegs bin – dann wird es zugege­be­ner­maßen etwas knapp. 

Kennt sicherlich so gut wie jeder Smart­phone-Nutzer, der sein Gerät nicht nur für Telefonie und SMS nutzt. Ab­hilfe? Ent­weder ein ex­terner Akku zum Nach­laden wie zum Bei­spiel dieserdieser oder dieser – oder man nutzt ein­fach ein Case mit in­te­griertem Ak­ku­pack, wie sie zum Beispiel der US-Hersteller Mophie anbietet. Bereits für das iPhone 5 hatte ich ein Modell vorge­stellt, für das iPhone 6 kündigte man erst zu Beginn des Jahres ein Modell an. Nun aber habe ich mein Juice Pack Air für das iPhone 6 geliefert bekommen und konnte mir einen kleinen Eindruck verschaffen. 

Am grund­sätz­lichen Aufbau hat der Hersteller auch beim Juice Pack Air nicht viel anders gemacht. So besteht auch dieses Akku-Case wieder aus zwei Teilen, wobei man die beiden Teile quasi vertauscht hat. War es vormals so, dass der untere Teil der schmalere war, so ist dies nun umgekehrt der Fall. Die Montage ist eigentlich selbst­er­klärend: Das iPhone in den unteren Teil der Schale schieben, die obere Kappe drauf, fertig. Als Material kommt hierbei eine Art Kunst­stoff zum Einsatz, deren Oberfläche sich leicht gummiert anfühlt und auch in der Innen­seite leichte Gummi-Einlagen besitzt. Dadurch soll das Case nicht nur den Akku befeuern, sondern auch Stürze abfangen können. 

Die Verar­beitung des Case ist, wie man es von Mophie kennt und inzwi­schen auch irgendwo erwartet (immerhin kosten die Teile ja auch „etwas“), sehr gut und es gibt eigentlich wenig was man kriti­sieren könnte. Selbst an der oberen Verschluss­kappe gibt es kaum Spaltmaße, das iPhone passt wie angegossen hinein, die Ausspa­rungen für die Kamera, den Micro-USB-Anschluss und die seitlich angebrachten Buttons sind sehr sauber ausge­schnitten. Einziger kleiner Kritik­punkt: Die Buttons hätten meiner Meinung nach etwas höher ausfallen dürfen – denn dadurch, dass die nahezu bündig mit dem restlichen Gehäuse abschließen, sind sie etwas schwerer zu treffen, einfach weil sie sich kaum erfühlen lassen. Der Druck­punkt hingegen ist wieder ganz angenehm. 

Wie von den anderen Modellen bekannt besitzt auch das Juice Pack Air wieder einen Micro-USB-Anschluss, über den das Case geladen werden kann. Befindet sich euer iPhone in dem Case, während es an einer Strom­quelle hängt, so wird zuerst das iPhone selbst geladen, dann erst das Case – und neuer­dings funktio­niert auch die Synchro­ni­sation mit iTunes, etwas, was mit den älteren Versionen des Juice Pack nicht möglich war. Aufgrund der unteren „Wulst“ mit der verstauten Technik, ist es natürlich wie gehabt nicht (oder nur sehr umständlich) möglich, Kopfhörer in den Klinken­ausgang zu bugsieren. Dies wird über einen Kopfhörer-Adapter gelöst, der quasi als Verlän­gerung des Kopfhöhrer-Ausgangs dient. Nicht unbedingt schön, aber eben zweck­ori­en­tiert.

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Kommen wir aber mal zum eigent­lichen Nutzen des Case: nämlich der integrierte Akku. Dieser bringt beim Juice Pack Air 2.750 mAh mit auf die Waage, alter­nativ gibt es auch nicht das Juice Pack Plus (3.300 mAh), das Juice Pack Ultra (3.950 mAh) und das wasser­dichte Juice Pack H2PRO (2.750 mAh) zur Auswahl. Je nach gewähltem Akku steigt aber nicht nur die Kapazität, sondern auch der Preis und das Gewicht. So bringt bereits das Juice Pack Air zusätz­liche 100 Gramm auf die Waage, mit den Abmes­sungen von etwa 15,5 x 7,5 x 1,5 Zenti­metern kommt die Größe fast schon an die Ausmaße eines iPhone 6 Plus heran. Logisch, irgendwo muss die Technik und der Zusatz-Akku ja hin. 

Auf der Rückseite findet ihr eine Status-Anzeige in Form von vier LEDs vor, per Betätigen des kleinen runden Buttons blinken diese auf und signa­li­sieren euch so grob die verbliebene Restka­pa­zität. Der kleine Schie­be­schalter dient zum Ein- und Ausschalten des Akkus, soll heißen: Das Case lädt also nicht konstant, sobald das iPhone verbunden ist, sondern erst, wenn ihr es wünscht und den Schalter entspre­chend umlegt. Ist ja nicht gerade unwichtig, denn immerhin soll das iPhone erst geladen werden, wenn es wirklich notwendig ist. Kleine Notiz am Rande: Auch diese Buttons sind sauber ausge­spart worden, der kleine Regler könnte aber gerne etwas größer und/oder leicht gängiger sein. Ist aber so gewollt um ein verse­hent­liches Umlegen des Schalters zu verhindern. 

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Der Hersteller verspricht mit den 2.750 mAh eine komplette Akkuladung für das iPhone 6. In meinem Versuch kam dies durch die Bank hin, danach blieb sogar noch etwas Restladung für 5 bis 10 Prozent der iPhone-Kapazität. Nun kommt das iPhone 6 „nur“ mit einem Akku mit 1.810 mAh daher, die Verlust­leistung des Juice Pack Air ist also relativ hoch. Dennoch muss man Mophie eben zu Gute halten, dass man ganz klar von 100% Akkuladung spricht und eben diese Tatsache ist definitiv gegeben. Wer mehr will, muss eben auf die anderen Modelle mit 120 und 150 Prozent ausweichen. 

Hier muss man aber auch festhalten: Die Werte werden nur erreicht, wenn ihr euer Gerät während des Ladevor­gangs nicht benutzt, ansonsten schafft ihr folglich weniger „Endleistung“. Eine komplette Akkuladung von einem auf 100 Prozent dauert in etwa zwei Stunden und ist damit nicht viel langsamer als an einer direkten Strom­quelle, das Juice Pack selbst ist innerhalb von 1½ bis 2 Stunden wieder voll einsatz­bereit, je nachdem, welches Netzteil ihr nutzt. Kleiner Tipp: Wie erwähnt kann man das Case erst ein­schalten, wenn sich der Akku des iPhones dem Ende neigt, ich per­sön­lich habe denn Akku von Be­ginn an ein­ge­schaltet, was ge­fühlt etwas mehr Le­bens­zeit ermög­lichte – emp­fohlen wird jedoch der Weg über die Not­fall­la­dung.

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Fazit zum Mophie Juice Pack Air? Ein dickes Ding – in allen Belangen. Bereits die Vorgän­ger­mo­delle trugen dick auf, beim iPhone 6 (und sicherlich auch den Varianten für das iPhone 6 Plus) wirkt dies aber aufgrund der gewach­senen Display­dia­go­nalen nochmals etwas heftiger. Aller­dings muss man eben auch im Hinterkopf behalten, dass die Hülle sicherlich nicht unbedingt etwas für den kurzen Ausflug ist, sondern gezielt dann zum Einsatz kommt, wenn man einmal länger unterwegs ist und der Akku des iPhone nicht vor der Heimkehr schlapp machen soll. Die Alter­native dazu wäre eben ein externer Akku, wobei man hier schon wieder zwei Geräte mitsamt Kabel trans­por­tieren muss – das Juice Pack kann man notfalls direkt an das Gerät bringen und hat so eben nur ein (wenn auch großes) Gerät bei sich. 

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Ist eben Geschmack­sache und kommt auch sicherlich auf den Anwen­dungs­zweck an – ich jeden­falls war bereits ein großer Freund des Juice Pack für das iPhone 5/5s und bin auch wieder ein Freund des Juice Pack Air für das iPhone 6. Auch trotz des recht stolzen Preises, denn die Akku-Cases gehen im freien Handel bei etwa satten 100 Euro los. Wer aber zu der erwähnten Zielgruppe gehört, der sollte die Inves­tition einmal in Betracht ziehen, ich bereue wie gesagt nichts. Wie gesagt gibt es neben diesem Juice Pack Air auch noch weitere Modelle für das iPhone 6 und 6 Plus, ebenso steht das Einsteiger-Case nicht nur in den Farben Schwarz, Weiß und Gold, sondern auch noch in Lila, Grün, Blau, Pink und Rot zur Verfügung.